In ehemaligen Karpfenteichen wollen Landwirte im nördlichen Brandenburg den Anbau von Reis ausweiten. Damit betreten sie mit dem aus tropischen Klimazonen bekannten Getreide Neuland in Deutschland. «Das ist kein Fake, es ist Reis aus Brandenburg», sagte Geschäftsführer Guido Leutenegger am Dienstag, als er den Reis des Unternehmens Natur Konkret in kleinen Säcken präsentierte.
Im vergangenen Jahr startete der Schweizer in Linum, einem Ortsteil der Gemeinde Fehrbellin (Kreis Ostprignitz-Neuruppin), mit einem Team den ungewöhnlichen Versuch. Der Betrieb erntete nach eigenen Angaben im Herbst auf einem Hektar erstmals 153 Kilo der Körner. Das Agrarunternehmen kündigte an, es sehe die Chance, in diesem Jahr auf einer deutlich größeren Fläche eine Ernte von zwei bis neun Tonnen einzufahren.
Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel (Grüne), der den Betrieb am Dienstag besuchte, sagte: «Es ist natürlich nur eine Nische, aber es zeigt auch, dass sich unsere Landwirte den neuen Aufgaben stellen und mitunter ganz unkonventionelle Wege gehen.» Er bewertete den Reisanbau als eine neue Idee in Zeiten der Klimaveränderungen. Bislang wird der erstmals geerntete Risotto-Reis in einigen Hofläden verkauft.