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Kein Investor für Domo-Werke in Leuna und Premnitz gefunden

Die Zukunft des Chemieunternehmens ist weiter ungewiss. (Archivbild) / Foto: Jan Woitas/dpa
Die Zukunft des Chemieunternehmens ist weiter ungewiss. (Archivbild) / Foto: Jan Woitas/dpa

Für die Domo-Standorte in Leuna und Premnitz ist bislang kein Investor gefunden. Eine Entscheidung wird voraussichtlich nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens fallen.

Für die deutschen Standorte des Chemieunternehmens Domo Chemicals in Leuna und Premnitz ist bislang kein Investor gefunden worden. «Der Investorenprozess läuft weiterhin, eine Entscheidung ist noch nicht gefallen», sagte Insolvenzverwalter Lucas Flöther auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Feststehen werde eine Entscheidung wohl auch erst, wenn das Insolvenzverfahren eröffnet wird, sagte er. Zuvor hatte die «Mitteldeutsche Zeitung» berichtet.

Das Unternehmen hatte kurz vor Ende des vergangenen Jahres für seine drei deutschen Tochterfirmen in Sachsen-Anhalt und Brandenburg Insolvenz angemeldet und erklärt, die Produktion sofort stoppen zu müssen. Wenige Tage später schaltete sich das Land Sachsen-Anhalt ein und entschied, den Betrieb vorerst am Laufen zu halten. So konnte die Suche nach Investoren weitergehen.

Insolvenz könnte Auswirkungen auf andere Firmen haben

Wie hoch die Kosten für den Weiterbetrieb sind, ist derzeit unklar. Das Land ging nach Angaben des Landesverwaltungsamtes Ende Januar davon aus, dass ein höherer einstelliger bis niedriger zweistelliger Millionenbetrag anfallen wird.

Die Insolvenz könnte auch Auswirkungen auf andere Firmen in der Region haben, etwa solche, die Stoffe an Domo liefern. In Leuna und Premnitz wurde vor allem Kunststoff produziert, der unter anderem in der Automobilindustrie sowie in der Elektro- und Elektronikbranche weiterverarbeitet wird. Die drei Unternehmen gehören zu Domo Chemicals, einer Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Gent (Belgien).

Keine weiteren Details zum derzeitigen Stand

Das Insolvenzverfahren soll voraussichtlich Anfang April eröffnet werden, hieß es. «Namen oder Details können wir mit Rücksicht auf Vertraulichkeitsvereinbarungen nicht nennen», betonte Flöther.

Die meisten Domo-Mitarbeitenden sind in Leuna beschäftigt, bei der Domo Chemicals GmbH sind es rund 35, bei der Domo Caproleuna GmbH etwa 480. In Premnitz in Brandenburg hat die Domo Engineering Plastics GmbH rund 70 Mitarbeitende.

Domo eins der großen Unternehmen im Chemie-Dreieck

Die chemisch-pharmazeutische Industrie in Ostdeutschland zählt laut der Gewerkschaft IG BCE 48.000 Beschäftigte in den tarifgebundenen Unternehmen und hat demnach einen Jahresumsatz von über 30 Milliarden Euro. Im Chemie-Dreieck in Sachsen-Anhalt gibt es nach Angaben der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit insgesamt 100 Firmen mit rund 10.000 Beschäftigten.

Der Branche geht es derzeit nicht gut. Unter anderem hatte das Unternehmen Dow Chemical vor einigen Monaten bekanntgegeben, dass ein Teil seiner Anlagen in Schkopau (Sachsen-Anhalt) und Böhlen (Sachsen) Ende 2027 geschlossen werden soll.

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