Die Kaufkraft in Berlin und fast allen brandenburgischen Landkreisen ist niedriger als in den meisten Regionen Deutschlands. Einzig der Landkreis Spree-Neiße an der Grenze zu Polen liegt mit dem bundesweiten Platz 184 (von 401) in der oberen Hälfte, wie eine Datenauswertung des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln zeigt, die der Deutschen Presse-Agentur vorab vorlag.
Dabei lag das nominale Durchschnittseinkommen im Spree-Neiße-Landkreis 2022 mit 24.249 Euro nicht besonders hoch (Platz 271). Die verhältnismäßig niedrigen Lebenshaltungskosten (Platz 19) führen jedoch zu einer stärkeren realen Kaufkraft von 26.502 Euro - und damit zu Platz 184. Der Bundesdurchschnitt beim realen Einkommen liegt bei 25.790 Euro.
Berlin dagegen liegt mit einer regionalen Kaufkraft von 22.511 Euro auf Platz 373 der IW-Auswertung. In der Hauptstadt kommen ein eher geringes nominales Einkommen von 23.952 Euro mit hohen Lebenshaltungskosten zusammen. Potsdam landet auf Platz 380. Hier sind die Lebenshaltungskosten noch etwas höher als in Berlin, die Menschen verdienen aber nur geringfügig mehr. Laut IW gibt es einen zentralen Treiber für die Unterschiede in den Lebenshaltungskosten: Wohnen. Rechnet man diesen Bereich heraus, bleiben nur geringe Differenzen übrig.