In Berlin und Brandenburg steht die nächste Preiserhöhung im öffentlichen Nahverkehr an: Ab Januar kosten Bus- und Bahnfahrten in beiden Bundesländern im Schnitt um 6 Prozent mehr, wie der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) mitteilte. Das habe der VBB-Aufsichtsrat auf seiner heutigen Sitzung beschlossen. Der Einzelfahrausweis für das Berliner Stadtgebiet kostet demnach dann erstmals 4,00 Euro - 20 Cent mehr als derzeit. In Potsdam müssen Fahrgäste künftig 3,00 Euro für eine Einzelfahrt berappen. Auch das ist ein Preisanstieg um 20 Cent.
Einige Angebote verschwinden
Zudem nimmt der Verbund einige Tarife aus dem Angebot. Grund hierfür sei eine niedrige Nachfrage, hieß es. Verschwinden wird etwa das VBB-Abo 65Plus, das für Senioren gedacht war. Es kostet bisher 62 Euro pro Monat. Es sei daher teurer als das bundesweit gültige Deutschlandticket und biete Senioren bei kleinerer räumlicher Gültigkeit keine zusätzlichen Vorteile wie Mitnahme einer weiteren Person oder Übertragbarkeit.
Nicht mehr angeboten wird künftig zudem die Tarifstufe BC, die das Berliner Umland und die Stadtteile außerhalb des Rings umfasste. Auch die 7-Tage-Karte sowie die Jahreskarten für alle Zielgruppen werden den Angaben zufolge verschwinden, ebenso die 10-Uhr-Karte in Berlin sowie die 9-Uhr-Karten in den Städten Potsdam, Brandenburg an der Havel und Frankfurt (Oder).
Es habe in den vergangenen Jahren immer mehr neue Tarife gegeben, sagte VBB-Chef Christoph Heuing zur Begründung. «Mit dem Ergebnis: Viele beschweren sich, weil es total unübersichtlich geworden ist. Deswegen gibt es jetzt eine Tendenz: Wir wollen nicht mehr, sondern weniger Tarife.»
Touristen etwa könnten fortan einfach einzelne Tagestickets statt bestimmte Mehrtagestickets kaufen. «Das kostet natürlich mehr. Aber ich bin der Meinung, dass sich Touristen, von denen wir nicht wenige in Berlin haben, auch an der Finanzierung des ÖPNV angemessen beteiligen können», betonte Heuing.