Für die Erzeugung von grünem Wasserstoff als Energieträger der Zukunft gibt es auch in Brandenburg als einer der trockensten Regionen Deutschlands ausreichend Wasser. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Montag in Potsdam vorgestellte Studie im Auftrag des Landes. In Deutschland sollen bis 2030 viele Anlagen zur Wasserstoff-Herstellung entstehen, sogenannten Elektrolyseure. Darin wird Wasser mit Hilfe von Strom in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt.
Wasserstress werde gerne als «Killerargument» dafür verwendet, dass die Wasserstoff-Produktion nicht funktionieren könne, sagte Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD). Die Studie zeigt ihm zufolge aber: «Brandenburg hat genug Wasser für die Wasserstoffproduktion.» Jedoch müsse die Verfügbarkeit immer vor Ort geprüft werden, betonte Steinbach.
Eine 5-Megawatt-Elektrolyseanlage, die etwa zur Versorgung von Tankstellen mit Wasserstoff diene, verbrauche so viel Wasser wie zur Bewässerung eines Profifußballfeldes im Jahr gebraucht werde, hieß es in der Studie. 3000 Familien könnten bei einer Produktion von jährlich 400 Tonnen Wasserstoff ein Jahr lang Auto fahren. Eine 100-Megawatt-Anlage könne mit der jährlichen Abwassermenge einer 3000-Einwohner-Gemeinde betrieben werden. 1600 Busse des Berliner Nahverkehrs könnten der Untersuchung zufolge mit dem Wasserstoff fast ein Jahr lang betrieben werden. Eine Elektrolyse-Anlage braucht demnach etwa 25 Liter pro Kilogramm Wasserstoff. Bei optimierten Systemen könne der Verbrauch auf um die 13 Liter gesenkt werden, hieß es.