Berlin hat beim Thema Verkehrssicherheit an vielen Stellen Nachholbedarf. Mehr Kontrollen, mehr Tempolimits und freie Sicht an Kreuzungen sind für die Leiterin der Unfallforschung der Versicherer (UDV) in Berlin, Kirstin Zeidler, dringend nötig. Ihre fünf Wünsche an die Politik für das neue Jahr:
1. Rad- und Autoverkehr sollten idealerweise voneinander getrennt werden. Mit zusätzlich angelegten Radwegen, wenn der Platz dafür da ist - ist das nicht so, lassen sich die Verkehrsarten entzerren durch separate Fahrradstraßen und reine Autobereiche. Alternativ kann man dem Auto Platz nehmen, etwa Parkbereiche oder eine Fahrspur reduzieren.
2. Einmündungen und Kreuzungsbereiche müssen sicherer werden, insbesondere für Radfahrer. Kreuzungen, aber auch Supermarkt- und Tankstelleneinfahrten oder Grundstückszufahrten sind Hotspots für Radunfälle. Bundesweit passieren zwei Drittel aller Radunfälle mit Verletzten und Getöteten an Kreuzungen und Einmündungen.
Mehr Sicherheit bringen außerdem getrennte Ampelschaltungen: eigene Grünphasen für Fußgänger und Radfahrer sowie für den motorisierten Verkehr. Heute gibt es zeitversetzte Phasen: Radfahrer und Fußgänger haben etwas vor dem motorisierten Verkehr Grün. Bei Abbiegesituationen kommt es immer wieder zu Konflikten.