Einige Stunden als Sorbisch-Erzieherin im Hort liegen bereits hinter Leonie Schiemenz, jetzt sitzt sie in ihrem kleinen Nähatelier und verziert ein Halstuch mit feiner Spitze. «An den Wochenenden nähe ich aufwendigere Sachen wie Röcke und Hauben», erzählt die junge Frau aus Burg im Spreewald. Allein für einen Rock brauche sie rund drei Meter Stoff, bei kräftigeren Frauen auch schon mal vier.
Die 24-Jährige zählt zu den wenigen Frauen im Spreewald, die heute noch traditionelle Trachten schneidern – und sie gibt das Wissen ums Sticken an andere weiter. Auch Christa und Dieter Dziumbla aus Burg pflegen die Tradition seit Jahrzehnten. In ihrem privaten Trachtenmuseum zeigen sie mit Hilfe von Puppen die Vielfalt der regionalen Kleidung.