In Berlin herrscht eine unerträgliche Hitze. Die Spree ist nur noch ein Rinnsal, der Tiergarten ist komplett verdorrt. Auf den Straßen türmen sich Müllberge, zahlreiche Menschen leben in Zelten auf der Straße. Doch Armut und die Folgen des Klimawandels sind nicht die einzigen Probleme der Stadt: In Berlin leben Vampire. Für ihr Überleben brauchen sie Menschenblut - und sie haben noch ein paar andere Pläne, um ihre Existenz zu sichern. In dieser dystopischen Szenerie einer nicht allzu fernen Zukunft beginnt die Handlung der neuen Thriller-Serie «City of Blood» auf Hulu, eingebettet bei Disney+. Alle acht Folgen werden am 16. September veröffentlicht. Die Serie beruht auf der Graphic-Novel-Reihe «Berlinoir». Die Serie zeigt eine sozial gespaltene Stadt. Während ein Großteil der Berlinerinnen und Berliner täglich um ihr Überleben kämpft, leben die Superreichen unter einer klimatisierten Kuppel, dem Klimadome, die sich über das Gebiet rund um die Gedächtniskirche spannt. Hier gibt es luxuriöse Wohnungen, angenehme Temperaturen, saftige Wiesen, Sträucher und Bäume. Und der Dome verbirgt ein Geheimnis. Im Zentrum der Handlung stehen die zwei Schwestern Bea, gespielt von Lea Drinda («In die Sonne schauen») und Phoebe, gespielt von Soma Pysall («Para - Wir sind King»). Durch einen Schicksalsschlag werden sie als Kinder getrennt und wachsen in vollkommen unterschiedlichen Verhältnissen auf: Bea lebt behütet bei ihrer Adoptivmutter, der Bauministerin Laura Hoffmann (Jördis Triebel). Phoebe lebt in einem besetzten Haus und ist in die kriminellen Machenschaften des illegalen Bluthandels verstrickt. Als die Schwestern nach Jahren ohne Kontakt wieder aufeinandertreffen, stoßen sie auf ein morbides Geheimnis und geraten in die Machtkämpfe von Menschen und Vampiren. Wer sind eigentlich die größere Bedrohung: Die Vampire oder die Menschen? Für Berlin-Kenner hat die Dystopie einen besonderen Reiz. Viele Orte erkennt man wieder, etwa den Fernsehturm, die Gedächtniskirche, das Reichstagsgebäude, die gelbe U-Bahn, das Rote Rathaus. Gedreht wurde unter anderem am Kottbusser Tor. Gleichzeitig sieht alles anders aus: Die Stadt ist von einer dicken Staubschicht überzogen, es gibt keine Pflanzen mehr, auf den Straßen herrscht Chaos. Die Serie behandelt viele große Themen gleichzeitig: Klimawandel, Populismus, soziale Ungerechtigkeit und die Bedrohung durch die übernatürlichen Vampire. Nicht immer gelingt es, diese Themen überzeugend zusammenzuführen. Manche der daraus entstehenden Wendungen wirken leicht bizarr. Überzeugend ist hingegen der hervorragende Cast. Jördis Triebel («Dark») spielt Beas Adoptivmutter, die Bauministerin Laura Hoffmann. Dagmar Manzel (früher Franken-«Tatort») ist als amtierende Bürgermeisterin zu sehen, David Schütter schlüpft in die Rolle eines machtbesessenen Populisten. Die Vampir-Sippe wird verkörpert durch Franz Hartwig («Der Pass»), der den melancholischen Johan Moderson spielt, Jenny Schily («Die Stille nach dem Schuss») als Matriarchin Szen und Lars Eidinger («Babylon Berlin») als exzentrischer Blutsauger Zeno Gennardi. Zusätzlich wurden 5.000 Komparsinnen und Komparsen eingesetzt. Im Gegensatz zu seiner Familie - Vampir-typisch in Schwarz - trägt Zeno bunte Cardigans und Raver-Sonnenbrille. Das Blut seiner Opfer lässt er sich gerne direkt in den Mund spritzen, in einer Szene nuckelt er an einem Blutbeutel wie an einem Trinkpäckchen. «Vampire sind Figuren, die mich schon immer fasziniert haben. Man wächst ja quasi mit ihnen auf», sagte Lars Eidinger der Deutschen Presse-Agentur. «Ich habe, glaube ich, wahrscheinlich auch zu früh die ersten Hörspielkassetten mit Vampiren gehört und mich sehr gegruselt.» Als Kind habe er davon geträumt, unsterblich zu sein und für immer zu leben. «Heute weiß ich, dass der Reiz des Lebens in der Endlichkeit liegt. Das eine bedingt das andere. Ohne Tod kein Leben. Ewig zu leben wäre ein Alptraum.» Auch in «City of Blood» hadern einige der Vampire mit ihrer Unsterblichkeit. Sie sind keine übernatürlichen Monster, sondern dem Menschen gar nicht so unähnlich - abgesehen von der Sache mit dem Bluttrinken. Mit Blut sollten Zuschauerinnen und Zuschauer kein Problem haben, denn davon sieht man in der Serie reichlich. Hauptdarstellerin Soma Pysall kann privat gar kein Blut sehen. «Jedes Mal, wenn mir Blut abgenommen wird, muss ich sagen, sorry, aber ich falle wahrscheinlich gleich in Ohnmacht. Und ich kippe wirklich sofort um, wenn Blut abgenommen wird.» Kunstblut am Filmset sei aber in Ordnung. «Ich kann das sehen und ich kann es voneinander trennen. Aber bei echtem Blut bin ich weg.» Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenSuperreiche leben unter klimatisierter Kuppel
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Lars Eidinger spielt exzentrischen Vampir-Sohn