Gleich zwei Warnstreiks machen den Wochenstart für zigtausende Pendler und andere Fahrgäste am Montag in Brandenburg zur großen Geduldsprobe. Im öffentlichen Nahverkehr sind voraussichtlich zahlreiche Busse und Straßenbahnen im ganzen Land von Arbeitsniederlegungen der Gewerkschaft Verdi betroffen. Nun hat auch noch die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) zu einem Warnstreik für Montag von 7.00 Uhr bis 9.30 Uhr aufgerufen. Das hat möglicherweise Auswirkungen auf den Regionalverkehr im Nordwesten.
Wie drastisch werden die Folgen des Warnstreiks sein?
Der Verkehrsbetrieb Potsdam warnt, alle Fahrten der Tram, Fähre und ein Großteil der Busfahrten fielen aus. Weil Subunternehmer eingesetzt werden, sind Busse aber planmäßig oder eingeschränkt unterwegs. In Berlin werden U-Bahnen, Trams sowie die meisten Busse stillstehen, nur die S-Bahn nicht.
In Frankfurt (Oder) greift bei der Stadtverkehrsgesellschaft ein Notfahrplan. Fahrgäste müssten mit erheblichen Verzögerungen und Ausfällen rechnen. Das Unternehmen Cottbusverkehr rechnet damit, dass es am ganzen Tag zu erheblichen Einschränkungen für Straßenbahnen, Stadt- und Regionalbusse in Cottbus und im Liniennetz von Spree-Neiße-Cottbusverkehr kommt.
Was will Verdi mit der Aktion erreichen?
Die Gewerkschaft Verdi fordert im Tarifstreit mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband Brandenburg eine geringere Wochenarbeitszeit, kürzere Schichtzeiten und längere Ruhezeiten. «Wir wollen jetzt einfach ein Zeichen setzen», sagt Verhandlungsführerin Andrea Germanus. Sie empfiehlt, am Montag Fahrgemeinschaften zu bilden.
Der Kommunale Arbeitgeberverband spricht von einer «unnötigen Eskalation». «Das Volumen der Forderungen würde zu Personalkostensteigerungen von circa 27 Prozent führen», erklärt er. Am Dienstag (3. Februar) steht die nächste Verhandlungsrunde an.