Nach Verzögerungen bei der Sanierung soll die Bahnstrecke zwischen Berlin und Hamburg am 14. Juni wieder vollständig in Betrieb gehen - sechs Wochen später als ursprünglich geplant. Auf dem nördlichen Streckenabschnitt von Hamburg bis Hagenow Land in Mecklenburg-Vorpommern sollen hingegen schon am 15. Mai wieder Züge fahren, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Damit sind vor allem Pendlerinnen und Pendler in der Hauptstadtregion bis einschließlich 13. Juni weiter auf den Ersatzverkehr mit Bussen angewiesen. Fernzüge zwischen den beiden Metropolen werden bis dahin weiter umgeleitet. Ursprünglich sollten schon zum 1. Mai alle Züge wieder durchgehend auf dem Korridor fahren.
Verzögerungen wegen wochenlangen Frosts
Schon seit August ist der Abschnitt zwischen Hamburg und Berlin aufgrund einer umfassenden Sanierung vollständig gesperrt. Eigentlich sollten die Bauarbeiten bis Ende April abgeschlossen werden. Die Bahn hatte aber Mitte Februar darüber informiert, dass die Arbeiten länger dauern werden. Wochenlanger Frost im Januar und Februar hatte den Angaben zufolge zu erheblichen Verzögerungen geführt.
Hauptproblem war der Bahn zufolge, dass infolge des festgefrorenen Bodens über mehrere Wochen die Kabelschächte für die Leit- und Sicherungstechnik nicht ausgehoben werden konnten. Schwierig waren demnach aufgrund der Kälte auch Arbeiten an den Oberleitungen. Diese waren eigentlich für Januar geplant, was aufgrund der Witterung aber nicht möglich gewesen sei.
Regionalverkehr besonders betroffen
Die 280 Kilometer lange Strecke führt durch fünf Bundesländer und ist eine der wichtigsten Pendlerstrecken in Deutschland mit täglich rund 30.000 Fahrgästen im Fernverkehr und insgesamt 470 Zügen pro Tag. Die Verzögerungen hatten vor allem bei den Landesregierungen Empörung ausgelöst. Vor allem die Ungewissheit für die Fahrgäste stieß den Landeschefs auf. Die Deutsche Bahn brauchte rund einen Monat, bis sie einen neuen Zeitplan für die Sanierungsarbeiten erstellt hat.
Hinzu kamen in den vergangenen Tagen Probleme mit den Ersatzbussen. Am bisherigen Betreiber Ecovista will die Bahn eigenen Angaben zufolge aber auch in der Verlängerung festhalten.
Die ebenfalls betroffenen Wettbewerber im Güterverkehr auf der Schiene reagierten verhalten. Das zweistufige Konzept der Bahn verteile den Schmerz und machte «das Beste draus», teilte Peter Westenberger vom Verband Die Güterbahnen mit und betonte: «Der neue Bauplan darf auf keinen Fall ins Rutschen kommen und es braucht dringend eine Aufarbeitung des Planungsdesasters.»