Die Automobilzulieferindustrie im Harz erlebt an einem einzigen Tag einen doppelten Schlag: Sowohl beim insolventen Gießereispezialisten Bohai als auch bei der ebenfalls insolventen Schlote-Gruppe zeichnet sich nach Angaben der Insolvenzverwalter das Ende des laufenden Betriebs ab. Insgesamt seien damit über 1.000 direkte Arbeitsplätze unter anderem an den Standorten in Harzgerode und Wernigerode gefährdet. Hinzu könnten weitere mehrere Hundert Stellen kommen, die indirekt mit den Unternehmen verbunden sind.
Zwar sei mit drei potenziellen Interessenten über eine Übernahme von Bohai verhandelt worden, sagte Insolvenzverwalter Olaf Spiekermann. Allerdings gebe es bis zum heutigen Tag keine Einigung. Und das, obwohl das Land Sachsen-Anhalt, die Stadt Harzgerode und weitere Institutionen verbindliche Unterstützung für die Zukunft erklärt hätten. Ende vergangener Woche habe dann der Hauptauftraggeber mitgeteilt, dass wesentliche, bislang in Harzgerode und dem thüringischen Sömmerda gefertigte Teile ab Herbst abgezogen würden.