Nach dem mutmaßlichen Anschlag in München hat die Gewerkschaft Verdi in Berlin ihre Pläne für einen Warnstreik im öffentlichen Dienst der Hauptstadt abgespeckt. Der Warnstreik selbst gehe am Freitag zwar weiter, alle in dem Zusammenhang geplanten Veranstaltungen würden aber abgesagt, teilte Verdi-Sprecher Kalle Kunkel mit. Dies gelte insbesondere für eine Veranstaltung mit Kandidatinnen und Kandidaten zur Bundestagswahl in der Columbiahalle.
Bereits am ersten Streiktag hatte die Gewerkschaft kurz nach der Fahrt eines Autos in einen Verdi-Demonstrationszug in München auf eine Kundgebung in Berlin verzichtet. Während einer Demonstration mit 2.500 Teilnehmern vom Bundesfinanzministerium zum Spittelmarkt sei die Nachricht aus München gekommen, sagte Kunkel. Daraufhin habe Verdi entschieden, die am Spittelmarkt geplante Abschlusskundgebung mit Rednern und Musik nicht abzuhalten - aus Mitgefühl mit den Opfern in Bayerns Landeshauptstadt.