Angesichts der eisigen Temperaturen in Berlin rufen das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und die Berliner Stadtmission dazu auf, obdachlose Menschen besonders im Blick zu behalten. Wie dringend Hilfe ist, zeigt sich auch bei den nächtlichen Touren der Wärmebus-Teams.
Lisa Wiedemann und Sebastian Ulm vom DRK-Wärmebus treffen am Donnerstagabend mehrere obdachlose Menschen, die bei Minusgraden in Hauseingängen oder unter Brücken liegen. Lucia ist eigenen Angaben zufolge seit drei Jahren obdachlos und sitzt im Rollstuhl. «Es ist scheiße. Ich hätte lieber gerne eine eigene Wohnung», erzählt sie der dpa. Sie sei chronisch krank, seitdem sie auf der Straße sei, habe sich ihr Zustand verschlechtert. Wiedemann und Ulm fahren sie in eine Notunterkunft, in der sie die Nacht verbringen kann.
Doch nicht alle lassen sich davon überzeugen, mitzukommen. Ein Mann nimmt zwar den heißen Tee der beiden Helfer an, lehnt eine Notunterkunft aber ab. «Ich hatte das Gefühl, dass ihm Vertrauen fehlt in Hilfsangebote», sagt Wiedemann. Er sei schon einmal in einer Notunterkunft gewesen und habe keine guten Erfahrungen gemacht. «Es ist hart bei den Temperaturen nur einen warmen Tee mitzugeben, er wollte auch keinen Schlafsack und keine Decke.» Immerhin sei er ganz gut ausgestattet.