Nach dem Verschwinden von Munition für das Sportschießen der Brandenburger Polizei sehen Experten auch Mängel in der Aufsicht und fordern eine stärkere Kontrolle. «Wenn über so lange Zeit solche Defizite nicht festgestellt werden, dann glaube ich, ist es auch ein Defizit im Bereich der Dienstaufsicht», sagte der frühere Münchner Polizeipräsident Hubertus Andrä am Mittwoch im Landtags-Innenausschuss in Potsdam, der die zugehörige Expertenkommission leitet.
Er empfahl in einem Zwischenbericht ein Vier-Augen-Prinzip bei der Waffen- und Munitionsverwaltung der Sportschützen. Für den Schießsport müssten die gleichen Bestimmungen wie für Einsatzwaffen gelten.
Der Brandenburger Landesrechnungshof hatte im vergangenen Jahr aufgedeckt, dass beim Sportschießen der Polizei der Munitionsverbrauch im Juni 2022 nicht plausibel erklärt werden konnte. Durch eigene Prüfungen hatte die Polizei für 2022 zunächst das Fehlen von 4400 Schuss Munition ermittelt und die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) eingeschaltet. Weitere Prüfungen des Rechnungshofes ergaben, dass seit dem Jahr 2017 insgesamt fast 25.000 Schuss Munition verschwunden sein sollen.