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Bombenentschärfung in der Potsdamer Innenstadt beendet

Auch der Landtag wurde abgereigelt. / Foto: Sven Kaeuler/dpa
Auch der Landtag wurde abgereigelt. / Foto: Sven Kaeuler/dpa

Ein Großteil der Potsdamer Innenstadt ist am Morgen evakuiert worden. Der Hintergrund: Eine Weltkriegsbombe soll entschärft werden. Nun beginnen die Arbeiten an dem Sprengkörper.

In der Innenstadt herrschte am Morgen rund um den Hauptbahnhof in Potsdam gespenstische Stille. Wegen einer Bombenentschärfung war ein großer Teil des Zentrums gesperrt worden. Kein Bus, keine S-Bahn und keine Tram fuhren am wichtigsten Verkehrsknoten in der Landeshauptstadt. Der gesamte Hauptbahnhof wurde ab 8.30 Uhr abgeriegelt. Geschäfte blieben zu, Hotels machten dicht, Pflegeheime wurden geräumt und rund 6.500 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen.

Sperrkreis stand gegen 11.00 Uhr

Polizei und Ordnungsamt kontrollierten, ob sich noch Menschen in dem Sperrkreis mit einem Radius von etwa 700 Metern rund um den Fundort der 250 Kilogramm schweren Bombe befanden. Erst gegen 11.00 Uhr stand der Sperrkreis und Sprengmeister Mike Schwitzke konnte mit der Arbeit beginnen. Bis zu zwei Stunden Arbeitszeit hatte er als Schätzung vor Beginn der Entschärfung angesetzt. 

Gegen 12.30 Uhr gab die Stadtverwaltung dann Entwarnung. Mit der Entschärfung seien «auch alle Sperrungen rund um den Fundort aufgehoben», teilte eine Sprecherin mit. Manuell hatte der Sprengmeister den Zünder aus der Bombe gedreht. Eine Sprengung sei nicht infrage gekommen, hatte er vor den Arbeiten gesagt. «Die Bombe befindet sich 1,50 Meter über dem Kellergewölbe des Eiskellers der ehemaligen Brauerei Potsdam.» Wenn man Sprengen würde, wäre es eine «Katastrophe».

Züge fuhren schnell wieder an

Nach der Aufhebung des Sperrkreises kehrte relativ zügig wieder Leben im Bahnhof ein. Die ersten S-Bahnen fuhren nur kurz nach der Aufhebung der Sperrung wieder ein. «Die Linie S7 verkehrt wieder nach heute gültigem Fahrplan zwischen Ahrensfelde und Potsdam Hauptbahnhof», teilte die Deutsche Bahn mit. Auch Busse und Straßenbahnen kehrten binnen weniger Minuten wieder zum regulären Takt zurück.

Ebenso ließen die Regionalbahnen nicht lange auf sich warten. Der Verkehr am Hauptbahnhof war zuvor wegen der Bombenentschärfung vollständig eingestellt worden. Auch der Verkauf in den Bahnhofspassagen lief noch am frühen Nachmittag wieder an. An der anliegenden Straßenkreuzung dauerte es etwas, bis sich der Autoverkehr wieder normalisierte.

Sprengmeister: Alles lief wie geplant

«Tagesgeschäft», resümierte Sprengmeister Schwitzke nach der Entschärfung. Es sei alles «wunderbar und wie geplant» gelaufen, sagte er. Zwar sei der Zustand der Bombe nicht optimal gewesen, aber die Einsatzkräfte seien dennoch «Herr der Lage» geworden. «Zünder raus, Zünderstück weg, dann wurden die zündübertragenden Elemente gesprengt (...) und anschließend die Bombe verladen und den Sperrkreis aufgehoben», fasste Schwitzke die Arbeiten zusammen.

Die Entschärfung war laut Stadtverwaltung der dritte Einsatz aufgrund von Munitionsfunden in diesem Jahr in Potsdam. Eine Evakuierung dieser Größenordnung gab es aber zuletzt 2019. Damals war eine ähnliche Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg am Hauptbahnhof gefunden worden. «Etwa 5.900 Menschen waren damals betroffen», führte die Sprecherin der Stadtverwaltung aus. Im Sperrkreis lagen auch dort der Hauptbahnhof, der Landtag sowie mehrere Ministerien, die Freundschaftsinsel und die Speicherstadt.

Die nun entschärfte 250 Kilogramm schwere US-Bombe beinhaltete laut Schwitzke etwa 100 Kilogramm Sprengstoff. Eine solche Bombe könne ein Mehrfamilienhaus in Trümmer legen. Die Bombe war bei einer systematischen Absuche gefunden worden.

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