In der Innenstadt herrschte am Morgen rund um den Hauptbahnhof in Potsdam gespenstische Stille. Wegen einer Bombenentschärfung war ein großer Teil des Zentrums gesperrt worden. Kein Bus, keine S-Bahn und keine Tram fuhren am wichtigsten Verkehrsknoten in der Landeshauptstadt. Der gesamte Hauptbahnhof wurde ab 8.30 Uhr abgeriegelt. Geschäfte blieben zu, Hotels machten dicht, Pflegeheime wurden geräumt und rund 6.500 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen.
Sperrkreis stand gegen 11.00 Uhr
Polizei und Ordnungsamt kontrollierten, ob sich noch Menschen in dem Sperrkreis mit einem Radius von etwa 700 Metern rund um den Fundort der 250 Kilogramm schweren Bombe befanden. Erst gegen 11.00 Uhr stand der Sperrkreis und Sprengmeister Mike Schwitzke konnte mit der Arbeit beginnen. Bis zu zwei Stunden Arbeitszeit hatte er als Schätzung vor Beginn der Entschärfung angesetzt.
Gegen 12.30 Uhr gab die Stadtverwaltung dann Entwarnung. Mit der Entschärfung seien «auch alle Sperrungen rund um den Fundort aufgehoben», teilte eine Sprecherin mit. Manuell hatte der Sprengmeister den Zünder aus der Bombe gedreht. Eine Sprengung sei nicht infrage gekommen, hatte er vor den Arbeiten gesagt. «Die Bombe befindet sich 1,50 Meter über dem Kellergewölbe des Eiskellers der ehemaligen Brauerei Potsdam.» Wenn man Sprengen würde, wäre es eine «Katastrophe».