Bei sogenannten fliegenden Dachdeckern hat es am Montag in drei Bundesländern Durchsuchungen gegeben. Wegen des Verdachts der Schwarzarbeit wurden Gebäude in Osnabrück und Leer in Niedersachsen sowie in Berlin und Hamburg durchsucht, wie die Staatsanwaltschaft am Montag mitteilte. Die Ermittlungen richten sich demnach gegen bisher 36 Verdächtige, die Teil eines illegalen Firmennetzwerkes sein sollen.
Ihnen wird Veruntreuung vorgeworfen. Zudem sollen sie ihre zahlreichen Angestellten nicht angemeldet und folglich auch keine Abgaben an die Sozialkassen des Dachdeckerhandwerks gezahlt haben. Teilweise seien auch ganze Firmen nicht registriert. Von «fliegenden Dachdeckern» ist bei Handwerkern die Rede, die ihre Arbeit über Zeitungsinserate oder direkt an der Haustür anbieten, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft erklärte. Sie verlangen für ihre Arbeiten demnach oft hohe Barzahlungen ohne Rechnung.
590 Zöllner und Zöllnerinnen sowie mehrere Hundert Polizisten und Polizistinnen, darunter Spezialkräfte, vollstreckten mehr als 100 Durchsuchungsbeschlüsse in Geschäftsräumen und Wohnungen. Sie stellten unter anderem Computer, Mobiltelefone und sieben Schusswaffen sicher. Das beschlagnahmte Beweismaterial soll nun ausgewertet werden. Zudem seien umfangreiche Vermögenswerte zur Schadenswiedergutmachung der geschädigten Sozialkassen gesichert worden. Gegen die Beschuldigten liegen den Angaben zufolge Arrestbeschlüsse in Höhe von mehr als 800 000 Euro vor.