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Großeinsatz in Berlin - Weltkriegsbombe entschärft

Großeinsatz in Berlin - Weltkriegsbombe entschärft
Manche Menschen wurden bei der Evakuierung in Berlin-Neukölln mit einem Krankentransport zur Notunterkunft gebracht. / Foto: Christophe Gateau/dpa
Von: DieBrandenburger News
Der Fund einer Fliegerbombe in Neukölln ist für Anwohner wie für Einsatzkräfte eine große Herausforderung. Tausende müssen das Gebiet verlassen - das dauert länger als erwartet.

Die 100 Kilogramm schwere Fliegerbombe in Berlin-Neukölln ist am späten Mittwochabend erfolgreich entschärft worden. Das teilte die Polizei mit. Tausende Menschen, die ihre Wohnungen vorher verlassen mussten, konnten kurz vor Mitternacht wieder zurückkehren. Es waren 5.600 Haushalte betroffen. Die Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg war im Neuköllner Schifffahrtskanal gefunden worden. Der Zünder wurde getrennt und unschädlich gemacht.

«Es besteht keine Gefahr mehr», teilte die Polizei mit. «Alle Absperrungen sind aufgehoben.» Um den Fundort war ein 500 Meter großer Sperrkreis eingerichtet worden. Die Evakuierung zog sich länger hin als erwartet und war erst am späten Abend abgeschlossen. Sie dauerte verhältnismäßig lang, weil es mehrere Pflegeeinrichtungen im Sperrkreis gab.

Seniorenheim wird nicht evakuiert

Die Bombe war den Angaben der Polizei zufolge gegen 10.40 Uhr bei einer geplanten Suche nach Altlasten aus dem Weltkrieg auf dem Grund des Gewässers zwischen der Teupitzer und der Treptower Straße gefunden worden. Die belebte Sonnenallee ist nur wenige Querstraßen entfernt. Betroffen war auch der Berliner Nahverkehr. Die Buslinien M43, 171 und 166 würden umgeleitet, teilten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) mit.

Im Sperrkreis gab es ein Seniorenheim, eine Obdachlosenunterkunft und eine Kita. Mit dem Altenheim sei abgemacht worden, dass die Bewohner im Haus bleiben könnten und es nicht verlassen müssten, sagte Polizeisprecher Martin Halweg. Sie sollten sich aber nur im Hausinneren aufhalten.

Polizei mit 200 Kräften im Einsatz

Beamte klingelten an vielen Türen, damit die Bewohner ihre Wohnungen verlassen. Auf beiden Seiten des Schifffahrtskanals waren Lautsprecherwagen unterwegs, um die Menschen zu informieren. Die Behörden warnten auch über das System Katwarn. 

Wer unmittelbar am Fundort wohne, für den bestehe im Fall einer Explosion die große Gefahr, zu Schaden oder sogar zu Tode zu kommen, warnte Polizeisprecher Halweg. Gegebenenfalls würden Menschen unter Zwang aus den Wohnungen geholt.

Notunterkunft für 200 Menschen 

Polizei, Feuerwehr, das Technische Hilfswerk und andere Organisationen waren mit einem Großaufgebot im Einsatz. Allein die Polizei war eigenen Angaben zufolge mit rund 200 Kräften vor Ort. Das Deutsche Rote Kreuz kümmerte sich um die Evakuierung der Bewohnerinnen und Bewohner. Der Bezirk richtete in der Adolf-Reichwein-Schule auf der Sonnenallee eine Notunterkunft ein. Dort gebe es Platz für 200 Menschen.

«Erstmal spazieren»

Die meisten Menschen an den Absperrungen wirkten erstaunt und wussten nicht genau, was sie tun sollen. Eine ältere Dame, die am Stock ging und einen kleinen Hund dabei hatte, beschloss: «Ich gehe jetzt erstmal spazieren. Danach muss ich weitersehen.»

Eine Familie fuhr mit drei Kindern im Auto aus der abgesperrten Zone heraus, der Mann am Steuer kurbelte das Fenster runter und sagte: «Wir fahren zu Freunden nach Kreuzberg, zur Not können wir da auch übernachten.»

Mehrere Bombenfunde jährlich

Der etwa 100 Kilogramm schwere Sprengsatz war nach dem Fund an die Oberfläche gebracht und auf einem Ponton abgelegt worden, berichtete die Polizei. Dass Weltkriegs-Bomben in Berlin gefunden werden, sei immer noch an der Tagesordnung. Mehrere Funde pro Jahr seien durchaus üblich.

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