Achtung, Wildwechsel! Warum die Gefahr gerade groß ist
Wenn Wildtiere wie Rehe oder Wildschweine auf die Straße laufen, kann es für Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer gefährlich werden. Gerade in der dunklen Jahreszeit steigt die Unfallgefahr angesichts dieser Begegnungen. Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg registrierte im vergangenen Jahr 182 Unfälle mit Personenschaden aufgrund der Unfallursache «Wild auf der Fahrbahn». Der Großteil fand demnach außerorts statt (160 Unfälle) und die beteiligten Menschen wurden lediglich leicht verletzt (175). Ein Mensch kam dabei jedoch ums Leben. Informationen darüber, wie viele Tiere involviert sowie tödlich verletzt wurden, lagen nicht vor. Die Zahl der Unfälle mit Personenschaden stieg in den vergangenen Jahren. 2021 waren es demnach 136 Unfälle - zwei Jahre später 152. In Berlin hingegen gab es deutlich weniger solcher Zusammenstöße. 2025 waren es 15, in den vier Jahren zuvor lag die Zahl den Angaben nach bei 12 oder 13. Laut ADAC Berlin-Brandenburg sind die Monate Oktober bis Dezember sowie April und Mai besonders kritisch. Durch die Zeitumstellung setze jetzt im Herbst die Abenddämmerung früher ein - oft während des Berufsverkehrs. Zu dieser Zeit seien viele Wildtiere aktiv und auf Nahrungssuche. Gleichzeitig könnten Nebel und Regen die Sicht erschweren. In Brandenburg seien dabei vor allem Landstraßen entlang von Wäldern und Feldern typische Gefahrenbereiche. Aber auch innerhalb Berlins müsse mit Wildwechsel gerechnet werden. Wildschweine etwa seien längst nicht mehr nur in abgelegenen Waldgebieten unterwegs, sondern auch in städtischen Grün- und Randgebieten anzutreffen. «Rehe sind am häufigsten in Wildunfälle verwickelt», erklärt Konstantin Börner vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung. «Diese Art kommt praktisch überall in höheren Dichten vor.» Jedoch kommt es demnach auch regelmäßig zu Unfällen mit Wildschweinen und Füchsen. Für Tiere enden die Zusammenstöße meist tödlich. Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, um Wildunfälle zu verhindern. Spezielle Reflektoren jedoch bringen laut Wildbiologe Börner nichts. «Die Tiere gewöhnen sich schnell an die reflektieren Lichter und lassen sich davon nicht mehr beeinflussen», erklärt er. Andere Vorkehrungen sind laut Jagdverband etwa Wildwarnschilder, Geschwindigkeitsbegrenzungen, Wildschutzzäune sowie Querungshilfen. Die wichtigste Maßnahme gegen Wildunfälle ist jedoch das richtige Verhalten der Verkehrsteilnehmer. Auch beste technische Maßnahmen könnten zu hohe Geschwindigkeiten nicht ausgleichen, so Hamann. «Unsere wichtigste Empfehlung lautet: Geschwindigkeit reduzieren und insbesondere in der Morgen- und Abenddämmerung besonders aufmerksam fahren.» Wenn ein wildes Tier am Straßenrand auftaucht, sollte das Fernlicht ausgemacht und kontrolliert gebremst werden, rät der Geschäftsführer. Grelles Scheinwerferlicht könne die Tiere irritieren. Wenn ein Zusammenstoß droht, sollten zudem keine riskanten Ausweichmanöver gemacht werden. «Die Gefahr, dabei mit dem Gegenverkehr zusammenzustoßen oder gegen einen Baum zu fahren, ist häufig deutlich größer.» Wenn es zu einem Zusammenprall kommt, sollte immer die Polizei informiert werden. «Jeder Wildunfall kann für das betroffene Tier schwerwiegende Folgen haben - selbst dann, wenn am Fahrzeug nur ein geringer Blechschaden entstanden ist», so Hamann. Wenn das Tier flüchtet, sollte man sich zudem die Fluchtrichtung merken. In solchen Fällen suchten sogenannte Jagdausübungsberechtigte die möglicherweise verletzten Wildtiere und erlösten sie gegebenenfalls von ihrem Leiden. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenWie viele Unfälle gab es in den vergangenen Jahren?
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