Die Zukunft der Glasmanufaktur Brandenburg (GMB) am Standort in Tschernitz (Spree-Neiße) hängt auch an der Verabschiedung des Solarpaketes durch den Bund. Alles warte auf diese Entscheidung, hieß es vom Brandenburger Wirtschaftsministerium am Mittwoch auf Nachfrage. Hintergrund ist die noch ausstehende Verabschiedung des Gesetzes zum Ausbau der Sonnenenergie. Das Bundeskabinett hatte dieses bereits Mitte August beschlossen, seither ist der Bundestag am Zug. Die GMB gilt als der einzig verbliebene relevante Hersteller von Solarglas in der EU und ist Teil der Solarlieferkette. 320 Menschen sind dort beschäftigt.
Nachdem der Hersteller von Solarmodulen Meyer-Burger die Einstellung seiner Produktion im sächsischen Freiberg bekannt gegeben hat, droht auch der GMB das Aus. Das geht aus einem Brief der indischen GMB-Mehrheitseigentümerin Borosil an Spitzen der Ampelkoalition im Bund sowie an Union und Linke hervor.
Landesregierung unterstützt
Der Landesregierung sei sehr daran gelegen, den industriellen Traditionsstandort in Tschernitz zu erhalten und langfristig zu sichern, betonte das Wirtschaftsministerium. Zur Überbrückung unterstütze das Land mit Geld über die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB). Laut Ministerium hat GMB einen Förderantrag bei der ILB gestellt. Erste Mittel seien geflossen. Zur Höhe des Betrages äußerte sich das Wirtschaftsressort nicht.