Brandenburgs Agrarministerin Hanka Mittelstädt (SPD) will mögliche Abschüsse von Wölfen wegen Schäden bei Weidetieren erleichtern und den Wolf ins Jagdrecht aufnehmen - eine umstrittene Abschussquote von Wölfen ist aber offen. Das Ziel sei, in Problemlagen künftig einfacher, schneller und wirksamer handeln zu können, sagte Mittelstädt nach einem Forum mit Verbänden zum Umgang mit dem Wolf. Bis Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres solle der Wolf ins Jagdrecht aufgenommen und die Wolfsverordnung verbessert werden.
Bauernverband und BUND reagieren
Landesbauernpräsident Henrik Wendorff begrüßt die geplante Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht: «Es ist deutlich geworden, dass man im Umgang mit dem Wolf vorbereitet sein muss.» Jagdrechtliche Hürden und Naturschutzfragen müssten dabei zusammengebracht werden.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Brandenburg wies darauf hin, dass der Bund die Aufnahme ins Jagdrecht rechtlich klären müsse, damit dies angewendet werden könne. Landesgeschäftsführer Axel Kruschat warnte allerdings auch, dies könne dazu führen, dass Wölfe wieder aussterben würden.
Der Naturschutzbund (NABU) hält die Aufnahme ins Jagdrecht schon für beschlossen. Das sei «völlig inakzeptabel», weil noch offen sei, wie sich das künftige Wolfsmanagement gestalten solle, sagte Landeschef Björn Ellner.
Bund will leichteren Umgang mit «Problemwölfen»
Das Bundeslandwirtschaftsministerium will nach eigenen Angaben die Weidetiere schützen. «Wo der Wolf zur Gefahr wird, muss er entnommen werden können - dafür wird er in das Bundesjagdgesetz aufgenommen», sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.
«Wir wollen den Ländern, die jetzt schon hohe Wolfsbestände haben, die Möglichkeit eines regionalen Bestandsmanagements eröffnen.» So könnten Weidegebiete bestimmt werden, in denen eine Bejagung des Wolfs zur Vermeidung von Schäden nötig sei.