Die umstrittene neue Jagdverordnung hat vier Monate vor der Landtagswahl Streit innerhalb der Koalition in Brandenburg entfacht. Nachdem der Jagdverband Agrarminister Axel Vogel (Grüne) zum Rücktritt aufgefordert hatte, verlangt nun die CDU, Vogel solle die Verordnung noch stoppen. Andernfalls müsse sich Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) einschalten, sagte CDU-Landtagsfraktionschef Jan Redmann am Dienstag. In dem Streit geht es auch um den Vorwurf, der Minister beziehe die Verbände zu wenig ein.
Die Änderungen der sogenannten Durchführungsverordnung zum Jagdgesetz werden laut Vogel aber wie vorgesehen am 1. Juni in Kraft treten. Dabei geht es unter anderem um das Verbot von Totschlagfallen, neue Jagdzeiten etwa für Hirsche und Rehe und Änderungen, um Bisam und Nutria zu töten. Der Landesjagdverband hatte Vogel «ideologische Scheuklappen» vorgeworfen und kritisiert, er missachte Beteiligungsverfahren und den Landesjagdbeirat. Eine Novelle des Jagdgesetzes war zuvor wegen langer Querelen und trotz Überarbeitung gescheitert.