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Spezialeinsatz: Erstmals Nest Asiatischer Hornissen entfernt

In vielen westlichen Bundesländern ist die Asiatische Hornisse schon länger verbreitet - in Brandenburg wurde ein erstes Nest gefunden. (Archivbild)  / Foto: Axel Heimken/dpa
In vielen westlichen Bundesländern ist die Asiatische Hornisse schon länger verbreitet - in Brandenburg wurde ein erstes Nest gefunden. (Archivbild) / Foto: Axel Heimken/dpa

Die Asiatische Hornisse ist auch in Brandenburg angekommen. Fachleute rücken zum Spezialeinsatz nach Eisenhüttenstadt aus. Ein Imker hat sich vorbereitet.

Zum ersten Mal ist in Brandenburg ein Nest der Asiatischen Hornisse entfernt worden. Fachleute mit Spezialausrüstung rückten in Eisenhüttenstadt gegen die eingeschleppte Art an. «Das Nest ließ sich ganz gut entfernen (...)», sagte Imker Holger Ackermann, der Sprecher des Imkerverbandes Brandenburg ist. Auch die Königin sei dabei gewesen. «Ich habe sie mit eigenen Augen gesehen». Die Entfernung der Königin ist wichtig, weil sie den Insektenstaat gründet und Eier legt. 

Bisher gab es in Brandenburg keinen Nachweis der Asiatischen Hornisse - eine eingeschleppte Art, die eigentlich in Deutschland nicht heimisch ist. Sie ist aber vor allem im Süden und Westen Deutschlands längst verbreitet. 

Die Spezialisten in Schutzanzug, mit Haube und Handschuhen beseitigten den Hornissen-Bau an einem Dachvorsprung eines Bürogebäudes. 

Das Nest mit der Königin sei in einer Plastikbox verstaut worden, die mit einem Spezialsauger abgesaugten Arbeiterinnen seien in einem zweiten Plastikgefäß eingesammelt worden, erklärte das Landesumweltamt die Aktion. Die Hornissen würden durch Einfrieren getötet. Ein zugelassenes Insektizid zur Bekämpfung der Asiatischen Hornisse gebe es bislang nicht. 

Wie viele Insekten es waren, stand zunächst nicht fest. Am Nachmittag hieß es vom Landesumweltamt, die beauftragten Fachleute zählten die getöteten Hornissen noch. 

Gefahr für Artenvielfalt, Bienen und Obstanbau

Die Hornissen-Art gilt als Gefahr für die Artenvielfalt, vor allem für Honigbienen. Ihre Nester müssen deutschlandweit bekämpft werden. Als besonders markant bei der Asiatischen Hornisse gelten ihre gelben Beine - diese hat die heimische Europäische Hornisse nicht. 

Die Experten hoffen, dass sich eine Verbreitung der Hornissen-Art Vespa velutina verhindern lässt. Imker Ackermann sagte, wenn es das einzige Nest in der Region gewesen sei, dürfte die Asiatische Hornisse für diese Saison Geschichte sein. 

Wie gefährlich ist die Asiatische Hornisse?

Für Menschen stellt eine einzelne Asiatische Hornisse in der Regel keine Gefahr dar, wie das Agrar- und Umweltministerium am Donnerstag mitteilte. «Sie verhält sich fernab des Nestes nicht aggressiv gegenüber Menschen.» Auch Ackermann hält Panik nicht für angebracht: «Es ist keine Killer-Hornisse». 

Aber Vorsicht ist dennoch ratsam: Die Tiere könnten ihre Nester, die sie etwa an Carports, Schuppen, Garagen oder Scheunen anlegten, bei Störungen aggressiv verteidigen, hieß es.

Da sich die Hornisse rasch ausbreitet und vor allem Honigbienen frisst, wird sie zum Problem für Imker. Durch Fraßschäden kann auch der Obst- und Weinbau beeinträchtigt werden. 

Wie genau die Asiatische Hornisse nach Brandenburg kam, war unklar. «Der aktuelle Fund an der östlichen Landesgrenze überrascht und geht mutmaßlich auf eine vom Menschen versehentlich verschleppte Königin zurück», teilte das Agrar- und Umweltministerium mit. Die Fachleute rechneten mit Funden eher im westlichen Brandenburg, weil Vorkommen an der Elbe in Sachsen-Anhalt und Niederachsen nachgewiesen wurden.

Was können Bürgerinnen und Bürger tun?

Die Behörden bitten um Mithilfe der Bevölkerung, um die Ausbreitung in Brandenburg einzudämmen. Wer eine Asiatische Hornisse oder ein mögliches Nest entdeckt, sollte den Fund melden. Wichtig sind dazu unter anderem Fotonachweise und Angaben zu Fundort, Uhrzeit und Datum der Sichtung.

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