Angesichts des massenhaften Kranichsterbens im Nordwesten Brandenburgs bleiben Artenschützer und Behörden im Ausnahmezustand. Geflügelzüchter ergreifen Schutzmaßnahmen, um eine weitere Ausbreitung der Tierseuche einzudämmen. Doch in Neuhardenberg traf es laut Märkisch-Oderland-Kreis jetzt einen weiteren Betrieb mit 80.000 Enten.
Im Linumer Teichland - im Herbst ein Kranich-Hotspot - könnte sich die Zahl der toten Wildvögel auf rund 2.000 erhöhen, schätzte der Leiter des Artenschutzzentrums in Linum, Norbert Schneeweiß. Der kräftezehrende Einsatz der Helfer zur Beseitigung der Kadaver soll noch Tage dauern. Bislang haben sie nach Behörden-Angaben 1.000 bis 1.200 tote Kraniche eingesammelt.
Geflügelhalter müssen sich weiterhin auf eine hohe Infektionsgefahr einstellen. In drei Betrieben in Brandenburg sind bislang fast 18.000 Gänse, Enten und Puten getötet worden. Ein neuer Fall kommt nun in Neuhardenberg dazu. Die Behörden prüften noch, ob alle 80.000 Enten, die in Ställen gehalten worden seien, gekeult werden müssten, sagte eine Sprecherin des Kreises Märkisch-Oderland. In der Agrarbranche deutschlandweit wächst die Sorge vor wirtschaftlichen Schäden.