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Erstes Nest der Asiatischen Hornisse in Brandenburg gefunden

Asiatische Hornissen sind in vielen Bundesländern bereits verbreitet. Ein erstes Nest im östlichen Brandenburg soll nun rasch beseitigt werden. (Symbolbild) / Foto: Boris Roessler/dpa
Asiatische Hornissen sind in vielen Bundesländern bereits verbreitet. Ein erstes Nest im östlichen Brandenburg soll nun rasch beseitigt werden. (Symbolbild) / Foto: Boris Roessler/dpa

Sie ist gefährlich für Honigbienen - aber auch der Mensch muss in ihrer Nähe vorsichtig sein: Die Asiatische Hornisse ist erstmals in Brandenburg aufgetaucht. Experten wollen rasch handeln.

Die Asiatische Hornisse ist jetzt nachweislich auch in Brandenburg angekommen: In Eisenhüttenstadt ist erstmals ein Nest entdeckt worden. Das Landesamt für Umwelt lässt es am Freitag beseitigen und bittet die Bevölkerung um Hinweise. Die fremde Art, die eingeschleppt wurde, ist in anderen Regionen Deutschlands bereits verbreitet. 

Was ist passiert?

In Eisenhüttenstadt im Osten Brandenburgs sei am 17. Juli das schnell wachsende Nest unter dem Dachvorsprung eines Bürogebäudes entdeckt worden, teilten Landesumweltamt und Agrarministerium mit. Nach Angaben der Behörde wurde auch eine fortpflanzungsfähige Königin nachgewiesen. 

Wie es heißt, geht der Fund mutmaßlich auch auf eine vom Menschen versehentlich verschleppte Königin zurück. Diese Tiere gründen im Frühjahr ihre Staaten.

Warum wird das Nest schnell zerstört?

Beauftragte Fachleute und die Feuerwehr übernehmen die Beseitigung. Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) gilt in der Europäischen Union als invasive Art. Von ihr kann laut Umweltbundesamt eine Gefahr für die biologische Vielfalt ausgehen. Die Tiere sind in Deutschland eigentlich fremd, aber durch menschliches Handeln hierhergelangt. 

Die Asiatische Hornisse kann sich schnell ausbreiten und stellt eine potenzielle Gefahr für andere Insekten dar. Imker sind in Sorge: Bienen sind bevorzugte Beute der Asiatischen Hornisse. Sie lauert gezielt an den Stöcken von Honigbienen und tötet ihre Opfer sogar im Flug.

Da es sich in Brandenburg bislang um einen isolierten Fund handelt, sehen Experten gute Chancen, eine weitere Ansiedlung im Raum Eisenhüttenstadt verhindern zu können. 

Ist die Asiatische Hornisse für Menschen gefährlich?

«Die Begegnung mit einer einzelnen Asiatischen Hornisse stellt für Menschen in der Regel keine Gefahr dar», schreibt das Agrar- und Umweltministerium. «Sie verhält sich fernab des Nestes nicht aggressiv gegenüber Menschen.»

Aber es ist Vorsicht angebracht: Die Tiere können ihre Nester, die sie etwa an Carports, Schuppen, Garagen oder Scheunen anlegen, bei Störungen aggressiv verteidigen. «Auch für den Menschen ist die Art ein Gesundheitsrisiko und könnte die Anzahl durch Insektenstiche hervorgerufener allergischer Schocks deutlich erhöhen», heißt es auch. 

Wie erkennt man sie?

Die Asiatische Hornisse wird oft mit der heimischen Europäischen Hornisse verwechselt, die in Deutschland geschützt ist und somit nicht bekämpft werden darf. 

Die Asiatische Hornisse ist etwas kleiner als die heimische Art. Das gebietsfremde Tier ist dunkler gefärbt und nur das letzte Drittel des Hinterleibs ist gelb-orange gemustert, wie das Umweltbundesamt berichtet. Die invasive Art hat ein gelbes Gesicht mit orange-gelber Stirnzeichnung. Als markant werden außerdem die gelben Füße beschrieben. 

Wie hat sich die Art in Deutschland ausgebreitet?

Die Asiatische Hornisse stammt ursprünglich aus Südostasien. Sie wurde nach Angaben des Landesumweltamtes 2004 nach Südfrankreich eingeschleppt und breitet sich seitdem in Europa aus. 2014 wurde sie erstmals in Deutschland nachgewiesen - nördlich von Karlsruhe. Inzwischen ist sie vor allem in westlichen Bundesländern weit verbreitet, wo hunderte bis tausende Funde gemeldet werden. Einzelne Nester gab es auch in Hamburg, Bremen und Berlin. Bei einer Ausbreitung werden auch Schäden für Landwirtschaft und Obstbau befürchtet. 

Was sollen Bürgerinnen und Bürger tun?

Die Behörden bitten um Mithilfe der Bevölkerung, um eine Ausbreitung in Brandenburg einzudämmen. Wer eine Asiatische Hornisse oder ein mögliches Nest entdeckt, sollte den Fund melden. Wichtig sind dazu unter anderem Fotonachweise und Angaben zu Fundort, Uhrzeit und Datum der Sichtung.

Was sollte man nicht tun?

Die Tiere sollen nicht getötet oder eingefangen werden. Nester dürfen auch nicht selbst entfernt werden, sondern nur von ausgebildeten Fachleuten, wie es heißt. Denn es bestehe die Gefahr, gestochen zu werden.

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