Im Zentrum von Herning lächelt Mathias Gidsel in einer Küchenwerbung unübersehbar von einer Hausfassade. In der Fanzone stehen die Anhänger der dänischen Nationalmannschaft Schlange, um ein Trikot mit dem Namen ihres Über-Spielers zu beflocken. «Ich kann mich nicht mehr verstecken», sagte der Welthandballer über seine Omnipräsenz bei der Weltmeisterschaft.
Der schmächtige Gidsel ist eigentlich kein Lautsprecher, wirkt eher introvertiert und zerbrechlich. Und trotzdem trägt er die Last einer ganzen Handball-Nation fast allein. Wenn es am Dienstag zur Neuauflage des Olympia-Endspiels gegen Deutschland kommt, will Gidsel die DHB-Abwehr mit seiner Dynamik und Spielintelligenz wieder vor unlösbare Aufgaben stellen. «Ganz wird man den nie stoppen. Aber ihn einfach einigermaßen im Zaum zu halten, ist das Wichtigste», befand DHB-Kreisläufer Justus Fischer.
Bei der 39:26-Lehrstunde im Sommer mutierte Gidsel mit elf Toren zum DHB-Schreck. Und der 25 Jahre alte Rückraumspieler von den Füchsen Berlin ist hochmotiviert, am Dienstag noch eins draufzulegen. «Für uns ist das eins der wichtigsten Spiele bei dieser WM. Fast alle in unserem Team spielen in der Bundesliga. Wir wollen nach Deutschland zurückkehren und sagen: Wir haben Deutschland geschlagen», kündigte Gidsel selbstbewusst an.