Das DFB-Team holt in den USA den fünften WM-Titel und in den deutschen Biergärten liegen sich die Menschen in den Armen. Auf ein Szenario dieser Art hoffen vor der Weltmeisterschaft in den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko ab dem 11. Juni viele Fußball-Fans in Berlin und Brandenburg. Doch wie läuft es dieses Mal mit Public Viewing unter freiem Himmel, wenn die Spiele auf der anderen Seite des Atlantiks in der deutschen Nacht angepfiffen werden? Die wichtigsten Fragen:
Ist Public Viewing bei den späten Spielen überhaupt erlaubt?
Eigentlich gilt in der Nachtzeit zwischen 22 und 6 Uhr der Lärmschutz. Die Bundesregierung und der Bundesrat haben für die WM aber eine Lockerung dieser Regeln möglich gemacht. Städte und Gemeinden können so Public-Viewing-Veranstaltungen auch in dieser Zeit erlauben.
Und welche Regel gilt bei mir?
In Berlin haben sich die Behörden für Regeln entschieden, die von der Bedeutung des Spiels, deutscher Beteiligung und dem Wochentag abhängen. Eine Übersicht, was im Freien erlaubt ist:
| Art des Spiels | Zulässiger Anpfiff |
| Spiele mit deutscher Beteiligung / Finale | Jederzeit |
| Gesamte K.-o.-Phase (jeder Wochentag) | bis 21:00 Uhr und dann wieder ab 06:00 Uhr des Folgetages |
| Gruppenphase: Freitag, Samstag und vor gesetzl. Feiertagen | bis 21:00 Uhr und dann wieder ab 06:00 Uhr des Folgetages |
| Gruppenphase: Sonntag bis Donnerstag | bis 20:00 Uhr und dann wieder ab 06:00 Uhr des Folgetages |
Spätestens 15 Minuten nach Abpfiff oder der Siegerehrung muss die Übertragung beendet werden. Die Spiele dürfen inklusive Elfmeterschießen und Verlängerung gezeigt werden.
In Brandenburg hat die Landesregierung keine Spezial-Regelung für eine Lockerung erlassen. Die zuständigen örtlichen Ordnungsbehörden können aber selbst über Ausnahmen entscheiden, hieß es. Am besten informieren sich Fußball-Fans auf den Internetseiten ihrer Kommunen oder direkt bei Gaststätten und Biergärten.
Wann spielt Deutschland?
Deutschland spielt in der Gruppe E gegen Curaçao (14. Juni), die Elfenbeinküste (20. Juni) und Ecuador (25. Juni). Das Spiel gegen Neuling Curaçao wird um 19.00 Uhr deutscher Zeit angepfiffen, die anderen beiden Partien um 22.00 Uhr. Die Spiele dürften also an den meisten Orten auch unter freiem Himmel gezeigt werden dürfen.
Wird das Team von Julian Nagelsmann Gruppensieger, würde die erste K.o.-Runde am 29. Juni um 22.30 Uhr deutscher Zeit angestoßen werden. Das mögliche Achtelfinale dann am 4. Juli um 23 Uhr.
Für Fans der Türkei gestaltet sich die Lage in der Vorrunde schwierig, weil das Nationalteam mehrmals mitten in der deutschen Nacht antreten muss.
Worauf muss ich achten, wenn ich zum Public Viewing will?
Einige Gaststätten wollen nur Fans mit Reservierungen einlassen, andere wiederum gar keine Reservierungen annehmen. Vuvuzelas, Fanfaren, Trommeln, Pfeifen und ähnliche Fanartikeln sowie Pyrotechnik sind in Berlin verboten.
Werden wieder Tausende auf der Fanmeile in Berlin jubeln?
Nein, auf der Straße des 17. Juni im Herzen der Hauptstadt wird es dieses Mal anders als bei vorherigen Turnieren keine große Fußball-Party geben. Nach Angaben der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt gab es keinen Antrag eines privaten Betreibers für eine solche Fanmeile.
Aber werden wieder viele Restaurants und Kneipen die WM-Spiele im Freien zeigen?
Die wichtigsten Spiele sicherlich, doch angesichts der Anstoßzeiten ist mit einem etwas kleineren Angebot zu rechnen als bei vorherigen Turnieren. Der Deutsche Hotellerie- und Gastronomieverband weist auch auf die zusätzlichen Kosten für die Gastronomen hin.
Doch in der Hauptstadt planen viele Biergärten und Gaststätten Angebote im Freien, teils auch im größeren Rahmen. Ähnlich sieht es in Brandenburg vor allem in den größeren Städten aus.
Und was ist mit der privaten Party auf dem Balkon oder im Garten?
Die Ausnahmen vom Lärmschutz gelten nur für öffentliche Veranstaltungen. Für den Grillabend mit Freunden bleiben die jeweils geltenden Regeln. Wer also in einer lauen Nacht den Fernseher für Haiti gegen Schottland auf den Balkon stellen möchte, sollte seine Nachbarn mindestens vorwarnen und auf die Lautstärke achten.
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