Vierundzwanzig Stollenschuhe und ein harter Ball: «Ein Fußballspiel ist für den Rasen eine ziemliche Herausforderung», sagt der Pflanzenökologe Norbert Kühn. «Löcher werden reingehackt und die Rasennarbe reist aus», erklärt der Wissenschaftler in einem Interview mit der Technischen Universität (TU) Berlin. Der TU-Experte weiß, wovon er spricht - er hat zu Wiesen promoviert. Bis vor Kurzem wurden auf Versuchsflächen der TU Grasarten auf ihre Strapazierfähigkeit getestet.
Damit der Rasen die Belastung aushält, werden für Fußball besonders robuste Grasarten verwendet, wie der Wissenschaftler erklärt. «Der Fußballrasen besteht aus strapazierfähigen Gräsern, von denen nur drei in Frage kommen: Das Weidelgras, die Wiesen-Rispe und der Rohr-Schwingel.» Wichtig sei die richtige Pflege. Fußballrasen müsse regelmäßig bis auf wenige Zentimeter heruntergeschnitten werden, manchmal sogar mehrmals täglich. Er brauche viel Dünger, viel Wasser und viel Licht. Um ihn länger am Leben zu halten, würden kleine Löcher in das Gras gespickt. So kämen mehr Luft und Sauerstoff an die Wurzeln, was das Pflanzenwachstum aktiviere. «Das Pflegen übernimmt geschultes Personal, sogenannte Greenkeeper, mit einer spezialisierten Weiterbildung. In England kann man die Rasenpflege sogar studieren.»