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Union Berlin feiert ersten Saisonsieg: Burcu trifft, Erleichterung bei Heldt

Union Berlin feiert ersten Saisonsieg: Burcu trifft, Erleichterung bei Heldt
Burcu und Heldt feierten das Siegtor in inniger Umarmung. / Foto: Soeren Stache/dpa
Nach Horror-Start wieder Jubel: Wie Burcus Treffer Union eine neue Zuversicht verleiht – und was Trainer Lustrinelli besonders freute.

Der Ball war endlich im Netz, auf der Waldseite entlud sich Anspannung in eine Jubel-Explosion, doch Union-Angreifer Livan Burcu rannte schnurstracks zur Seitenlinie. Da sprang der 22 Jahre alte Matchwinner in die Arme von Sport-Geschäftsführer Horst Heldt.

«Horst ist einer, der zur Mannschaft sehr eng steht und sehr viel mit uns redet. Er motiviert mich natürlich jeden Tag und gibt mir immer Selbstbewusstsein, das Gefühl, dass ich sehr gut bin», erklärte Burcu nach dem ersehnten ersten Bundesligasieg der Köpenicker in dieser Saison. «Und heute hat er zu mir gesagt, als ich reingekommen bin, dass ich das Tor machen werde.»

Im Interview bei Sky nach dem Erfolg gegen Aufsteiger Elversberg ließ sich der Joker die Bilder noch mal zeigen. Sein Kommentar: «Geil.» Er habe nicht nur zu Heldt, sondern zur gesamten Bank rennen wollen. Die große Jubeltraube ließ nicht lange auf sich warten. «Es ist wie eine Familie hier in der Kabine und Emotionen waren einfach da», erklärte er bei Sky.

Khedira: Verdammt viel Last abgefallen

17 Gegentore, nur ein Punkt, der schlechteste Bundesliga-Start der Club-Geschichte: Die Ausgangslage der Eisernen war düster vor dem Spiel. Dementsprechend riesig war die Erleichterung. «Verdammt schlecht in die Saison gestartet, eigentlich viel vorgenommen», sagte Rani Khedira bei Sky. «Und dann ist heute natürlich verdammt viel Last abgefallen. Wir haben den Union-Fußball einfach von A bis Z aufs Feld bekommen.»

Eine «reife Leistung» attestierte Trainer Mauro Lustrinelli seinem Team. «Ich bin natürlich sehr glücklich natürlich mit dem Sieg, weil wir heute unserer Unioner-Familie den ersten Bundesligasieg schenken», sagte der Schweizer. Besonders dem Trainer verschafft der erste Dreier der Saison aber auch etwas Ruhe.

Lustrinelli ließ es sich kaum anmerken, aber hin und wieder war auch auf seinem Gesicht abzulesen, wie groß der Druck nach dem Horror-Start war. Der 50-Jährige soll bei den Berlinern einen fußballerischen Wandel vollziehen, der seit Jahren nicht gelungen ist: aktiverer Fußball, hohes Pressing und ein Abschied von der Fünfer-Abwehrkette. Dabei kam Union in den ersten Spielen aber die defensive Stabilität komplett abhanden. Umso wichtiger war die weiße Weste gegen Elversberg. 

Auch Heldt stand unter Druck

Khedira sah vor allem die Rückkehr zu den gewohnten Stärken als ausschlaggebend. «Weil wir Union-Fußball gespielt haben, weil wir uns auf das Wesentliche besinnt haben, unsere Tugenden auf den Platz bekommen haben, einer für den anderen gekämpft hat, die Abstände gut waren, jeder für den anderen den Meter auch extra gemacht hat», sagte der Kapitän. «Keiner hat sich alleine auf dem Feld gefühlt, und dann kann auch so ein Spiel bei rumkommen.»

Nicht nur beim Coach und der Mannschaft dürfte die Last erst mal deutlich kleiner sein, auch Heldt stand als Architekt des Teams unter Druck. «Bei uns redet keiner über Personal, und schon gar nicht nach dem 4. Spieltag», erklärte Präsident Dirk Zingler vor der Partie bei Sky. 

«Horst Heldt sitzt genauso fest im Sattel wie alle anderen Verantwortlichen im Sport auch.» Heldt sei «ein dufter Typ, ein guter Fachmann». Jeder im Club arbeite mit ihm gerne zusammen. Die Ergebnisse müssen aber natürlich trotzdem stimmen.

Am kommenden Samstag gastiert nun Tabellenführer Borussia Dortmund in der Hauptstadt. Das Selbstbewusstsein ist bei den Eisernen wieder gewachsen, auch wenn die Aufgabe schwer ist. «Natürlich sind wir da nicht chancenlos, sondern da rechnen wir uns natürlich was aus, dass wir mit diesem Fußball, den wir heute auch wieder gezeigt haben, jeden Gegner vor Probleme stellen können», sagte Khedira. «Und dann an einem perfekten Tag können wir auch gegen Dortmund zu Hause was holen.»

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