Pedro Calles war in seinem ersten Spiel als Cheftrainer von Alba Berlin kaum zu stoppen. Der 41-Jährige wirbelte bei seinem Debüt mit den Armen, gab Anweisungen und war immer mit viel Emotionen dabei. «Jetzt bist du in einer führenden Position, und das ist mein natürliches Verhalten. Das ist für mich eine große Ehre, so einen Verein trainieren zu dürfen», sagte er nach dem 97:90-Euroleague-Heimsieg gegen Baskonia Vitoria-Gasteiz am Donnerstagabend.
Im Januar hatte Alba Calles zunächst als Co-Trainer verpflichtet. Dort hielt er sich stets im Hintergrund und blieb ruhig. «Man ja hat ja immer eine bestimmte Rolle», sagte er. Als Cheftrainer darf er aber nun explodieren. Erst am Mittwoch hatte der bisherige Co-Trainer Calles den Posten vom zuvor freigestellten Israel Gonzalez übernommen.
In der Nacht auf Mittwoch wurde der Wechsel von der sportlichen Führung beschlossen, am Morgen vor dem Training hatte ihm Sportdirektor Himar Ojeda dann die Nachricht verkündet. Calles habe «gemischte Gefühle» dabeigehabt, berichtete er. Zum einen große Freude, weil «der Traum ein Euroleague-Team trainieren zu dürfen, wahr wurde», zum anderen war es aber auch hart, weil er zuvor wochenlang mit Gonzalez zusammengearbeitet hatte. «Das war natürlich nicht der Weg, den ich wollte», sagte er.