Profi-Boxerin Nina Meinke hat sich in einem packenden Zwölf-Runden-Kampf zur Weltmeisterin gekürt. Die 31-Jährige besiegte in Hamburg die Argentinierin Daniela Bermudez nach Punkten und sicherte sich den WM-Gürtel des Verbands IBF im Federgewicht.
«Es war genial. Es hat so viel Spaß gemacht. Ich bin einfach unglaublich glücklich», sagte Meinke bei DAZN: «Alles, worauf ich hintrainiert habe, ist heute in Erfüllung gegangen. Meine Emotionen schwappen über. Ich weiß nicht, ob ich weinen oder lachen soll - alles kommt auf einmal.»
Das Patenkind von Ex-Champion Sven Ottke ließ sich beim bislang größten Sieg ihrer Karriere auch nicht von einem Cut an der Stirn nach einem unabsichtlichen Kopfstoß von Bermudez zu Beginn des Kampfes aus dem Konzept bringen. «Das hat mich am Anfang irritiert, mir ist die ganze Zeit Blut in die Augen gelaufen, und dann habe ich verschwommen gesehen», sagte die Berlinerin, deren Gesicht auch bei der Urteilsverkündung blutverschmiert war.
«Zuzusehen ist für mich die Hölle. Nina ist wie mein eigenes Kind», sagte Ottke, der als Fan am Ring saß, der «Bild». «Am Ende hätte sie den Ottke machen müssen. Aber Nina muss halt immer reinknallen. Das macht mich fertig.» Der 57-Jährige galt während seiner Profikarriere als defensiver Box-Taktiker, der den offenen Schlagabtausch meist mied.