Ungläubiges Erstaunen machte sich auf den Tribünen des Berliner Olympiastadions breit: Ist das unsere Hertha, die hier mit viel Spielfreude einen Bundesliga-Absteiger dominiert? Nach den vielen qualvollen Heimauftritten der Vorjahre spielte eine vom Druck befreite Berliner Mannschaft den 1. FC Heidenheim mit drei Treffern in den ersten 36 Minuten an die Wand. Und das, obwohl in der Sommerpause 13 Profis, darunter Starspieler wie Fabian Reese, Tjark Ernst oder Kennet Eichhorn die Hauptstadt verließen und bisher erst ein externer Neuzugang kam.
«Heute hatten wir das Momentum auf unserer Seite. Wir weichen nicht von unserem Plan ab und versuchen, intensiv zu bleiben und den Gegner besser zu kontrollieren», sagte Hertha-Trainer Stefan Leitl nach dem 4:1-Ausrufezeichen. Der 48-Jährige hatte auch wegen der Sparzwänge des notorisch klammen Vereins seine Spielidee im Sommer umgestellt: «Du musst hoch verteidigen, das machen die Jungs sensationell. Dann kommt der Gegner nicht zu Möglichkeiten.»