Horst Heldt hatte sich nach dem aberkannten Tor noch immer nicht beruhigt, da ordnete Steffen Baumgart die Nullnummer gegen den SC Freiburg schon als kleinen Sieg für den weiteren Saisonverlauf ein. Die Emotionen waren schwer zu fassen beim 1. FC Union nach einem spielerisch mäßigen Bundesliga-Kick im Nieselregen.
«Wo kommen wir eigentlich hin? Ich verstehe es nicht mehr. Entweder ist es Abseits oder keins. Das ärgert mich. Das ist echt nicht mehr lustig», ereiferte sich Geschäftsführer Heldt am Sky-Mikrofon.
Das nach minutenlangem Video-Check nicht gegebene Tor von Andrej Ilic hätte auch aus Baumgarts Sicht trotz der Abseitsstellung von Rani Khedira zählen müssen, das machte der 53-Jährige deutlich. Der Union-Coach grummelte aber auch eine durchaus überraschende Spielbewertung in seinen Bart. «Wir nehmen es mit als das, was es war. Ein Kampfspiel. Der Punkt wird uns auf lange Sicht helfen.»
Den gewonnenen Zähler allein mochte Baumgart damit kaum gemeint haben. Der lässt die Eisernen im soliden Tabellenmittelfeld verharren. Sollte es in der knappen Analyse um die spielerische Entwicklung gegangen sein, lässt das wenig optimistische Rückschlüsse zu. Union Berlin ist und bleibt ein Team, das nur als physisch kompaktes, kompromissloses Kollektiv funktioniert.