Hertha-Profi Fabian Reese hat mit der Holocaust-Überlebenden Ruth Winkelmann über ihre Erlebnisse in der NS-Zeit gesprochen. In einem Video, das der Berliner Fußballclub bei Instagram teilte, erzählt die 96-Jährige unter anderem von den Folgen der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938.
«Die ersten kaputten Fenster und demolierten Geschäfte haben wir in Wittenau gesehen», sagt Winkelmann. «Die ganze Kreuzung war kaputt. Alle vier Ecken. Es waren überall jüdische Geschäfte, und die wurden alle geplündert und ausgeraubt. Da habe ich das erste Mal gesehen, wie ein Mann mit der Hakenkreuzfahne gelaufen ist und ein anderer hinterher geschrien hat: "Juden raus. Kauft nicht bei Juden."»
Winkelmann zeigt dem 27 Jahre alten Reese auch alte Fotoalben ihrer Familie. Viele ihrer Verwandten wurden in den nationalsozialistischen Vernichtungslagern ermordet. Heute engagiert sich Winkelmann in der Zeitzeugenarbeit. Sie hat auch das Buch «Plötzlich hieß ich Sara» geschrieben.