Hertha-Kapitän Fabian Reese will mit dem VfL Wolfsburg sein großes Ziel Fußball-Bundesliga erreichen. Der 28 Jahre alte Offensivspieler verlässt die Berliner nach insgesamt drei Spielzeiten und erhält einen Vertrag bis 2030. Das gab der Bundesliga-Absteiger aus Niedersachsen bekannt. Vor Jahresfrist hatte Reese noch seinen Vertrag bis 2030 in Berlin verlängert.
Über weitere Wechselmodalitäten wurden keine weiteren Angaben gemacht. In den Medien wurde mit einer Ablösesumme zwischen acht und neun Millionen Euro spekuliert.
«Natürlich fiel uns die Entscheidung, unseren Topscorer und Kapitän ziehen zu lassen, alles andere als leicht. Fabi hat sich durch und durch mit Hertha BSC und der Stadt Berlin identifiziert und war in einer schwierigen Phase nach dem Abstieg in den vergangenen drei Spielzeiten ein hervorragender Repräsentant», sagte Sportdirektor Benjamin Weber, «er ist nicht nur als Torschütze und Vorlagengeber, sondern auch als Führungsspieler sowie Mannschaftskapitän vorangegangen.» Reese hatte in seiner Berliner Zeit in 91 Pflichtspielen 35 Tore erzielt und 31 Treffer vorbereitet.
«Musste Entscheidung als Sportler treffen»
Eigentlich schien ein Wechsel des Berliner Topscorers nach dem Abstieg der Niedersachsen vom Tisch. Reese soll nach dem verpassten Bundesliga-Aufstieg auch bei anderen Vereinen auf dem Zettel gestanden haben. Trotz des Gangs des VfL in die Zweitklassigkeit sieht der gebürtige Kieler wohl bessere Chancen, mit den Wölfen das Oberhaus zu erreichen.
«Nach Abschluss dieser für uns alle nicht erfreulichen Saison und der gemeinsamen Einordnung der sportlichen sowie der finanziellen Ausrichtung unserer Hertha, musste ich eine Entscheidung als Sportler treffen», sagte Reese, dem bewusst sei, dass sein Wechsel nicht überall auf Verständnis stoße, «wir müssen uns als Mannschaft jedoch auch eingestehen, den Wiederaufstieg in den letzten Jahren verpasst zu haben. Der daraus resultierenden Neuausrichtung des Vereins möchte ich nicht im Wege stehen.»
Weitere Abgänge möglich
Nach Supertalent Kennet Eichhorn (16), der für rund neun Millionen Euro zu Bayer Leverkusen gewechselt ist, ist Reese der zweite prominente Abgang. Auch Abgänge weiterer Leistungsträger wie Tjark Ernst sowie Marton Dardai sind durchaus wahrscheinlich und würden dem klammen Hauptstadtclub weiteres Geld für den Umbau des Kaders einbringen.
Hertha-Geschäftsführer Peter Görlich nimmt die spielerischen Verluste in Kauf. «Wir werden Qualität verlieren», hatte Görlich nach Saisonabschluss bereits mehr als nur vermutet. Mit einem neuen Scouting sollen die Lücken nachjustiert werden, um in der anstehenden Spielzeit angreifen zu können, was in den drei Saisons nach dem Abstieg nicht gelungen war.
Das Ziel bleibt dabei bestehen. «Es ist immer unser Ziel, in der Liga zu spielen, in der Union spielt», sagte Görlich, «aber wir müssen es realistisch formulieren. Einen Aufstieg ruft man nicht aus, einen Aufstieg erarbeitet man sich.»
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