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Hertha im Höhenflug: Leitl mahnt nach 3:0 in Kaiserslautern

Hertha im Höhenflug: Leitl mahnt nach 3:0 in Kaiserslautern
Jon Dagur Thorsteinsson (l) erhielt ein Sonderlob von Hertha-Trainer Stefan Leitl. / Foto: Thomas Frey/dpa
Mit harter Arbeit hat sich Hertha für das anstehende Spitzenspiel in Stellung gebracht. Der Sieg in Kaiserslautern bedeutet auch einen weiteren Entwicklungsschritt innerhalb der Mannschaft.

Sportlich befindet sich Hertha BSC auf dem Höhenflug – Trainer und Spieler bemühen sich aber um Bodenhaftung. Nach der Einstellung des Startrekords von Bayer Leverkusen in der damals zweigeteilten zweiten Liga der Saison 1978/79 mit neun Siegen und einem Remis wies Trainer Stefan Leitl auf die Arbeit hin, die hinter der Erfolgsserie liegt. 

«Wir rauschen nicht durch die Liga, wir müssen schon etwas leisten», sagte der 49-Jährige nach dem souveränen 3:0 beim 1. FC Kaiserslautern. «Wir wurden heute am Limit von Lautern gefordert. Es freut mich, dass wir in der Lage sind, gute Lösungen zu finden, um solche Gegner schlagen zu können.»

Skandinavier mit «gutem Job»

Die Lösungen der von den Gegnern gestellten Aufgaben im physischen und taktischen Bereich unterstreichen die Entwicklung der Mannschaft, die im Sommer mit 16 Abgängen einen großen Aderlass verkraften musste. Während die Häuptlinge der vergangenen Spielzeiten den vermeintlichen Arbeitern ein perfektes Alibi boten, sind die früheren No-Name-Spieler aus dem Schatten getreten und entfalten ihr Potenzial. 

So hätten beim Auswärtssieg in der Pfalz die Skandinavier «einen guten Job im Verbund mit den anderen gemacht», meinte Leitl, der besonders den in den Jahren zuvor häufig belächelten Jon Dagur Thorsteinsson hervorhob. 

Effektive Torausbeute

Der isländische Nationalspieler hatte den ersten Treffer durch Sebastian Grönning in der 17. Minute vorbereitet und sorgte für viele offensive Aktionen. Der dänische Stürmer Grönning, der zuletzt am 2. Spieltag getroffen hatte, legte in der 52. noch einmal nach - diesmal auf Vorlage von Landsmann Mads Pedersen. Pedersen, Neuzugang vom FC Augsburg, leitete sieben Minuten später mit einem unwiderstehlichen Solo von der Mittel- bis zur Torauslinie auch den dritten Treffer durch Oluwaseun Adewumi ein.

Mittelfeldspieler Paul Seguin, der als einer der erfahrenen Spieler den Arbeitsplatz im Sommer nicht gewechselt hatte, weist auf die neue Erfolgsformel in der Postära von Fabian Reese, Tjark Ernst oder Toni Leistner hin: «Diese beharrliche Arbeit im Training unter der Woche, bei der jeder mitzieht und alle wissen, dass wir noch nichts erreicht haben, ist genau der richtige Weg. Großes Lob an jeden Einzelnen, wie wir den Fokus immer aufrechterhalten.»

Kurze Freude über Rekordeinstellung

Ebenso wichtig ist die Stimmung abseits des Rasens, die das neue Zusammengehörigkeitsgefühl verdeutlicht. Auch nach dem Sieg in der Pfalz wurde zu nächtlicher Stunde in Charlottenburg der mittlerweile traditionelle Döner gegessen. Da bereits nach dem Pokalsieg beim Regionalligisten Jeddeloh II unter Woche die türkische Spezialität eingenommen worden war, wollte Mitinitiator Pedersen aus Ernährungsgründen sich diesmal aus «einen halben Döner» beschränken. 

Die Freude über die Einstellung des 48 Jahre alten Zweitliga-Rekords wird aber nur kurz genossen. «Jetzt liegt unser Fokus auf Wolfsburg», sagte Grönning im Hinblick auf die Wiederkehr des ehemaligen Kapitäns Reese am kommenden Samstag im Olympiastadion (20.30 Uhr/Nitro und Sky).

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