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Hertha bleibt in Kiel torlos: Grönning vergibt Großchance – Torflaute bei den Berlinern

Hertha bleibt in Kiel torlos: Grönning vergibt Großchance – Torflaute bei den Berlinern
Leitl sah kein schlechtes Spiel seiner Mannschaft. / Foto: Frank Molter/dpa
22 Punkte aus acht Spielen, aber in Kiel bleibt Hertha erstmals in dieser Saison ohne Tor. Was der verpasste Sieg über ein Problem im Berliner Angriff zeigt.

Hertha-Stürmer Sebastian Grönning konnte es selbst kaum glauben, dass er diese Großchance vergeben hatte. Völlig frei kam der Däne beim 0:0 in Kiel in der zweiten Halbzeit aus wenigen Metern zum Kopfball. «Das ist meine Stärke normalerweise», sagte er bei Sky. Doch statt mit seinem Treffer den Weg zum Zweitliga-Startrekord zu ebnen, setzte Grönning den Ball nur an den Pfosten.

Die vergebene Großchance offenbarte zugleich ein Problem, das die Berliner noch länger beschäftigen könnte: Hertha fehlt weiterhin ein zuverlässiger Torjäger. Das bislang letzte Tor eines klassischen Mittelstürmers erzielte Grönning am zweiten Spieltag.

«Ich bin enttäuscht von mir selber, nicht von meiner Leistung, aber mit diesen Momenten, wo ich da sein muss», sagte der 29-Jährige. «Natürlich war ich auf der Bank und habe die letzten 25 Minuten gehofft, dass ein anderer das Tor macht, sodass wir den Sieg erreichen können. Aber ich bin natürlich enttäuscht jetzt.» Denn auch sein Kollege Luca Schuler, der für Grönning ins Spiel kam, vergab in der Schlussphase eine gute Gelegenheit.

Leitl will kein Besserwisser sein

Trainer Stefan Leitl wollte seinen Angreifern keine allzu großen Vorwürfe machen. «Ich glaube, die Situationen, die wir kreieren, die sind gut. Ich will auch nicht immer reingehen und irgendwas verbessern oder so ein Besserwisser sein», sagte der 49-Jährige.

Sicher, mit einem Sieg hätte die Hertha den Vorsprung an der Tabellenspitze auf sechs Punkte vergrößern können, denn auch Nürnberg spielte in Cottbus nur 1:1. Doch mit etwas Abstand betrachtet liest sich die Bilanz von 22 Punkten aus acht Spielen immer noch deutlich besser, als es sich selbst die treuesten blau-weißen Optimisten vor der Saison ausgemalt hätten.

Neuzugang wartet auf den Premierentreffer

Insbesondere nach der deutlichen Steigerung in der zweiten Halbzeit wäre der Sieg gegen Kiel absolut verdient gewesen. «Ich bin mit der zweiten Hälfte meiner Mannschaft durchaus zufrieden, weil wir dann gezeigt haben, wie wir Fußball spielen können, wie wir uns Chancen kreieren können», erklärte Leitl. 

Doch die Flaute im Sturm sollte sich langsam wieder legen. Seit Mitte August hat Grönning nicht mehr getroffen. Schuler in dieser Spielzeit noch gar nicht. Und auch Neuzugang Gustaf Nilsson, der das Problem eigentlich lösen sollte, vergab schon so einige Großchancen und wartet auf seinen Premierentreffer. In Kiel musste der schwedische WM-Fahrer zudem mit einer Oberschenkelblessur passen.

 «Der Knoten sollte dann auch platzen»

Bislang hatte Hertha die Torflaute seiner Mittelstürmer durch Treffer anderer Offensivspieler kompensieren können. Vor allem Oluwaseun Adewumi hatte zuletzt mehrfach aus der Distanz getroffen. Doch gegen Kiel blieb auch ihm ein Erfolgserlebnis verwehrt. So blieb die Hertha erstmals in dieser Saison ohne eigenen Treffer.

Allzu groß sind die Sorgen bei Leitl noch nicht. «Wichtig ist, dass die Stürmer erstmal Chancen haben und wir die Spieler in die Position bekommen», sagte der 49-Jährige. «Der Knoten sollte dann auch platzen. Es geht einfach für die Jungs auch darum, sich für ihre Leistung dann auch zu belohnen. Da werden wir dran arbeiten, hohe Wiederholungszahlen schaffen, ihnen Selbstvertrauen geben und dann wird es auch wieder funktionieren.»

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