Jahrelang galten die Duelle zwischen dem THW Kiel und der SG Flensburg-Handewitt als das Nonplusultra im deutschen Handball. Der Rekordmeister gegen die «Hölle Nord» – kaum eine Begegnung elektrisierte die Bundesliga mehr als das prestigeträchtige Nordderby. Diese Zeiten sind vorbei, die Kräfteverhältnisse haben sich verschoben. Jetzt ist das Ost-Derby zwischen dem deutschen Meister SC Magdeburg und dem Verfolger Füchse Berlin auf dem Weg, der neue deutsche Klassiker zu werden.
«Das Beste, was der deutsche Handball zu bieten hat»
Die Bühne für das Spitzenspiel könnte nicht größer sein. Rund 20.000 Fans warten in der Kölner Arena, die in Spielerkreisen längst den Beinamen «Kathedrale des Handballs» trägt. Das zweite Halbfinale zwischen Aalborg HB aus Dänemark und dem Königsklassen-Rekordsieger FC Barcelona (18.00 Uhr) komplettiert den «Superbowl des Handballs», wie Gidsel das Final4 titulierte, «hier treffen die Giganten aufeinander.»
Stefan Kretzschmar nannte es «das Beste, was der deutsche Handball zu bieten hat». Und Gislason? Der wollte sich nicht festlegen, welches Derby reizvoller sei. «Auch wenn Magdeburg und Berlin derzeit sicher herausragend sind, gibt es in Deutschland nicht den Handball-Klassiker. Gerade das macht die Bundesliga so herausragend», sagte der Isländer.
Die unterschiedlichen Identitäten beider Vereine verleihen dem Duell zusätzliche Brisanz. Der SCM steht für eine Handball-Tradition mit großer Fanbasis und zahlreichen Erfolgen seit DDR-Zeiten. Die Füchse verkörpern dagegen den modernen Aufstieg eines Hauptstadt-Clubs, der sich erst im vergangenen Jahrzehnt in der Spitze etabliert hat.