Für Bob Hanning ist er der «Michael Jordan des Handballs», manchmal sogar ein «Außerirdischer». Für die meisten ist Mathias Gidsel einfach nur der beste Handballer der Welt. Zweimal wurde der unscheinbare Däne vom deutschen Meister Füchse Berlin zuletzt Welthandballer, dreimal mit Dänemark Weltmeister und auch bei den Olympischen Spielen in Frankreich gab es Gold.
Nur die EM-Trophäe fehlt noch in der Sammlung des schmächtigen Rückraumspielers. Ändert sich das nach dem Finale am Sonntag (18.00 Uhr/ZDF/Dyn) gegen Deutschland? «Wir wissen, dass wir der Topfavorit sind – da laufen wir auch nicht von weg. Ich nehme diesen Druck wahr, akzeptiere ihn und gehe aufs Feld», sagte Gidsel.
Für die erfolgsverwöhnten Dänen wäre es 14 Jahre nach dem bislang letzten EM-Titel das Ende einer Durststrecke. «Das ist ein großes Thema für uns. Wir wollen endlich dieses Turnier gewinnen», hatte Kapitän Magnus Saugstrup erklärt. Dann wären die Rot-Weißen amtierender Olympiasieger, Weltmeister und Europameister. Das gelang bisher nur Frankreich.