Die 2.800 mitgereisten Fans waren entsetzt. Sie pfiffen die vor der Gästetribüne versammelte Mannschaft nach dem Abpfiff gnadenlos aus. 1:0 hatte Hertha BSC im letzten Saisonspiel der 2. Fußball-Bundesliga bei Arminia Bielefeld trotz einiger Ausfälle nach einer guten ersten Halbzeit noch geführt. Doch dann brach das Berliner Team auseinander, kassierte in den zweiten 45 Minuten sechs Gegentreffer, verlor mit 1:6 und stand ernüchtert vor dem Fanblock.
«Die zweite Halbzeit war furchtbar schlecht», sagte Innenverteidiger Niklas Kolbe selbstkritisch. «Mir ist unerklärlich, wie wir uns nach der Pause vor 3.000 mitgereisten Fans derart aufgeben konnten.»
Die nervösen Bielefelder, zur Pause in der Blitztabelle noch auf einem direkten Abstiegsplatz, drehten in der zweiten Hälfte auf und konnten fast nach Belieben Tore schießen. Die Berliner 1:0-Führung durch Linus Gechter (37. Minute) drehte Bielefelds Joel Grodowski durch einen Doppelpack binnen zehn Minuten (49./59.), ehe Monju Momuluh (65.), Stefano Russo (74.), Semir Telalovic (90+2.) und Roberts Uldrikis (90+6.) für die Arminia auf 6:1 erhöhten.