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«Natürlich enttäuscht»: Etas historisches Debüt geht schief

Viel Medienrummel um Marie-Louise Eta. / Foto: Andreas Gora/dpa
Viel Medienrummel um Marie-Louise Eta. / Foto: Andreas Gora/dpa

Marie-Louise Eta rückt Union Berlin ins Rampenlicht des europäischen Fußballs. Doch ihre Premiere gegen Wolfsburg geht schief. Ist es für Dieter Hecking und den VfL der Start einer Aufholjagd?

Nach Tagen im prallen Rampenlicht hielt sich Marie-Louise Eta zunächst im Hintergrund, als sich ihre Schützlinge gemeinsam mit den Fans auf den Abstiegskampf einschworen. Dann versammelte sie die Profis des 1. FC Union Berlin nach ihrer historischen Premiere als erste Cheftrainerin in der Fußball-Bundesliga der Männer am Mittelkreis. Grund zum Feiern gab es indes nicht: Auch die 34-Jährige hat die Negativserie des Köpenicker Fußball-Bundesligisten beim 1:2 (0:1) gegen den Tabellenvorletzten VfL Wolfsburg zunächst nicht stoppen können.

Die Niedersachsen hingegen feierten den ersten Sieg unter Dieter Hecking und schöpfen neue Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt. Patrick Wimmer (11. Minute) mit einem Traumtor und Dzenan Pejcinovic (46.) erzielten die Treffer für extrem effiziente Gäste, die den Rückstand auf Rang 16 auf zwei Zähler verkürzten. Union vergab zahlreiche Chancen und kam durch Oliver Burke (86.) nur noch zum Anschlusstreffer. 

Eta: «Wir sind natürlich enttäuscht»

«Wir sind natürlich enttäuscht», sagte Eta nach ihrem viel beachteten Debüt. Als sie vor Anpfiff aus den Katakomben gekommen war, richtete sich nahezu jedes Objektiv im Stadion auf die Trainerin. «Ich war total im Fokus. Es geht nicht um mich, es geht um Fußball», stellte die gebürtige Dresdnerin klar. 

Es war das erste Spiel in einer der fünf europäischen Top-Ligen mit einer Frau als Cheftrainerin an der Seitenlinie. Als «Fußballgöttin» begrüßte der Großteil der 22.012 Fans die 34-Jährige.

Trimmel spricht von Trainerwechsel-Effekt

Bei noch vier ausstehenden Partien haben die Eisernen sechs Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz und können trotz der Pleite relativ sicher für ihre achte Bundesliga-Spielzeit planen. «Die Lage ist in Ordnung. Wir sind immer noch in einer sehr guten Ausgangsposition», befand Eta. Dennoch war es eine Woche nach der Niederlage gegen Schlusslicht Heidenheim der nächste harte Dämpfer. 

Kapitän Christopher Trimmel sprach trotzdem von einem Trainerwechsel-Effekt. «Es kommt neue Energie auf den Platz. Wenn du 26 Mal versuchst, aufs Tor zu schießen, machst du viel richtig. Die Art und Weise war echt gut heute», befand der Österreicher. 

Union plötzlich im internationalen Rampenlicht

Etas Beförderung hatte die sonst so unscheinbaren Köpenicker auch aufgrund der gesellschaftlichen Signalwirkung in den internationalen Fokus gerückt. Der Medienauflauf beim Premierentraining und der ersten Pressekonferenz war so groß wie vielleicht noch nie bei Union. 

Wolfsburg konnte sich dagegen nahezu ungestört auf das richtungsweisende Spiel im Abstiegskampf vorbereiten. «Es war ein erstes Lebenszeichen. Wir wissen auch, es müssen weitere kommen», forderte Hecking nach dem Sieg in der Hauptstadt. 

Zwei Tore aus der Distanz

Wolfsburg startete stark in die Partie: Wimmer nutzte die Freiräume im Mittelfeld, zog ungestört nach vorne und traf sehenswert mit dem Außenrist zur frühen Führung. Union wirkte davon zunächst wachgerüttelt, ließ durch Ilyas Ansah jedoch zwei klare Chancen ungenutzt. In der Folge neutralisierten sich beide Teams weitgehend, sodass bis zur Pause beide Keeper nur selten eingreifen mussten.

Direkt nach dem Seitenwechsel schlug Wolfsburg erneut zu: Pejcinovic hatte viel Platz und erhöhte – wie schon Wimmer – mit einem Distanzschuss. Danach setzte Union den VfL zunehmend unter Druck, erspielte sich zahlreiche Möglichkeiten und kam durch Burke zum verdienten Anschlusstreffer. In der Schlussphase drängten die Gastgeber weiter, konnten ihre weiteren großen Chancen jedoch nicht nutzen.

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