Nach den Krawallen im Thüringen-Derby regt Rot-Weiß Erfurts Geschäftsführer Franz Gerber einen generellen Ausschluss von Gäste-Fans an und hofft auf einen Konsens in der Regionalliga Nordost. «Es muss etwas passieren. Geredet wurde schon genug. Gebracht hat es nichts», sagte der 70-Jährige der «Thüringer Allgemeinen» (Dienstag).
Beim Nordostdeutschen Fußball-Verband (NOFV) zeigte man sich gegenüber dem Vorstoß skeptisch. «Ich kannte den Vorschlag noch nicht und kann es mir schwer vorstellen», sagte Präsident Hermann Winkler. «Generell Leute auszuschließen von Fußballspielen, das wäre ein Stück Kapitulation vor den Dingen, die geschehen und so schlimm das ist, wir müssen daran arbeiten, wir müssen es aufklären. Aber ich möchte doch, dass alle in die Stadien kommen können.»
Der Dachverband der Fanhilfen ist ebenfalls auf der Seite des NOFV. «Immer dann, wenn die Ratlosigkeit groß ist und öffentlichkeitswirksam verkündet wird "etwas tun" zu wollen, sind besonders radikale Vorschläge beliebt, weil sie große Tatkraft suggerieren», sagte die Vorsitzende Linda Röttig der Deutschen Presse-Agentur. «Fest steht aber, dass Kollektivstrafen weder mit dem Grundgesetz noch mit einem modernen Rechtsverständnis vereinbar sind.»