Wer das Ergebnis nicht kannte, hätte Freiburgs Trainer Julian Schuster für den großen Verlierer dieses denkwürdigen Pokalabends halten können. Der SC-Coach vergoss nach dem dramatischen Elfmeterschießen gegen Hertha BSC noch auf dem Spielfeld Tränen. Auf der Pressekonferenz fast eine Stunde später saß der 40-Jährige immer noch mit feuchten, roten Augen.
«Ich kriege jetzt schon wieder Gänsehaut. So ein Elfmeterschießen kann ganz schön hart sein als Trainer. Diese Machtlosigkeit und du spürst den Druck. Das war schon viel. Sehr emotional. Das kann man nicht alles kontrollieren», berichtete Schuster sichtlich aufgewühlt. Die Breisgauer hatten den Berliner Zweitligisten mit 5:4 im Elfmeterschießen niedergekämpft.
Während der Freiburger Coach noch mit seinen Gefühlen rang, waren seine Spieler gedanklich längst einen Schritt weiter und schalteten in den Angriffsmodus – mit dem Traum vom ersten Pokalsieg der Vereinsgeschichte. «Egal, wer kommt. Wir sind bereit. Die Gier ist riesig. Ein Spiel noch und dann sehen wir uns wieder hier», versprach Offensivspieler Derry Scherhant.