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Eisenacher David Móré debütiert im DHB-Trikot und hofft auf Heim-WM

Eisenacher David Móré debütiert im DHB-Trikot und hofft auf Heim-WM
Neben Niklas Theiß war David Móré einer von zwei Neulingen im DHB-Kader. / Foto: Soeren Stache/dpa
Kein Linksaußen der Handball-Bundesliga trifft so sicher wie David Móré. Der Lohn: das Debüt im DHB-Team. Doch der 22-Jährige hat längst ein größeres Ziel vor Augen.

Ein Vereinswechsel, eine überragende Trefferquote und plötzlich die Heim-WM vor Augen: David Móré hat innerhalb weniger Monate einen bemerkenswerten Aufstieg hingelegt. Vor nicht allzu langer Zeit war der 22-Jährige noch weit von der Handball-Nationalmannschaft entfernt. Nun darf er sogar von einer WM-Teilnahme im eigenen Land träumen.

Beim mühelosen, aber glanzlosen 42:32 gegen Belgien zum Auftakt der EM-Qualifikation feierte der Linksaußen des ThSV Eisenach vor mehr als 12.000 Fans in Berlin ein Debüt nach Maß. Vier Tore erzielte Móré bei seinem ersten Auftritt im DHB-Trikot. Am Sonntag (18.00 Uhr/sportschau.de, Dyn) gegen die Slowakei will der gebürtige Memminger weitere Argumente für eine WM-Nominierung sammeln.

«Ich kann es noch gar nicht richtig in Worte fassen. Der Einlauf war echt besonders. Das bleibt mir für immer im Kopf», schwärmte Móré nach seinem ersten Länderspiel in Berlin. Auf die Frage, wie groß seine Lust auf eine Teilnahme sei, antwortete Móré: «Für jeden, der Handball spielt, ist es ein Traum.» Er habe «mega Bock». Der Eisenacher war neben Niklas Theiß von der HSG Wetzlar einer von zwei Debütanten.

Mórés Kampfansage auf Linksaußen: «Alles reinhauen»

Ein Selbstläufer wird der Sprung in den WM-Kader allerdings nicht. Auf Linksaußen ist die Konkurrenz groß. Füchse-Profi Tim Freihöfer gilt als gesetzt. Mit Lukas Mertens vom SC Magdeburg und Rune Dahmke vom THW Kiel stehen zudem zwei international erfahrene Kandidaten bereit. Beide gewannen mit Deutschland bei den Olympischen Spielen 2024 und der EM 2026 Silber.

«Ich probiere, alles reinzuhauen hier die letzten Tage und die nächsten zwei Monate in der Liga», kündigte Móré an. Bis Bundestrainer Alfred Gislason Mitte Dezember seinen Kader bekanntgibt, bleibt dem Eisenacher nicht mehr viel Zeit, um sich zu empfehlen. Jede Trainingseinheit und jeder Bundesliga-Auftritt könnten im Kampf um eines der begehrten WM-Tickets entscheidend sein.

Auf Linksaußen: Móré mit bester Wurfquote in der Bundesliga

Dabei verlief Mórés Karriere zuletzt alles andere als geradlinig. Bei den Rhein-Neckar Löwen hatte der Sohn eines ungarischen Vaters einst vom verletzungsbedingten Ausfall des früheren Nationalmannschaftskapitäns Uwe Gensheimer profitiert. Der Nachwuchsspieler rückte auf der linken Außenbahn nach und sammelte Bundesliga-Erfahrung. Zum dauerhaften Stammspieler wurde er bei den Löwen aber nicht.

Erst im Sommer folgte mit dem Wechsel zum ThSV Eisenach der nächste Schritt. Dort traf Móré auf Trainer Sebastian Hinze, den er bereits aus seiner Zeit bei den Rhein-Neckar Löwen kannte. Der Tapetenwechsel erwies sich als Glücksgriff. In der laufenden Bundesliga-Saison landeten mehr als 91 Prozent seiner Würfe im Tor - ein Spitzenwert auf seiner Position und rund 16 Prozentpunkte mehr als bei Konkurrent Freihöfer.

Gislason ist beeindruckt, aber nicht überrascht. «Móré hat bislang eine überragende Saison gespielt. Aber das ist eigentlich die Saison, die wir vor drei Jahren bei ihm erwartet haben. Er war ein riesiges Talent. Jetzt hat er offensichtlich ein sehr gutes Umfeld für sich in Eisenach gefunden», befand der Bundestrainer.

Eine Kiste Spezi statt Gesangseinlage?

Im Kreis der Nationalmannschaft scheint sich Móré derweil bestens eingelebt zu haben. Ein klassisches Aufnahmeritual mit Gesangs- oder Tanzeinlage blieb ihm bislang erspart. Ganz ohne Gegenleistung dürfte sein Debüt allerdings nicht bleiben.

«Ich wurde gerade gefragt, ob ich was spendieren muss», verriet Móré schmunzelnd. Er sei durchaus bereit, etwas auszugeben. Nur was, das müsse er noch herausfinden. «Normalerweise eine Kiste Bier, aber ich denke mal hier vielleicht eine Kiste Spezi.»

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