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Dynamo Dresden: Ehrenspielführer Hans-Jürgen Kreische mit 78 gestorben

Tod einer Dynamo-Legende: Hans-Jürgen Kreische ist mit 78 Jahren gestorben. / Foto: Robert Michael/dpa
Tod einer Dynamo-Legende: Hans-Jürgen Kreische ist mit 78 Jahren gestorben. / Foto: Robert Michael/dpa

Ehrenspielführer Hans-Jürgen Kreische ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Dynamo plant Gedenkminute und Trauerflor vor dem Spiel.

Dynamo Dresden trauert um Hans-Jürgen Kreische. Der Ehrenspielführer des Fußball-Zweitligisten ist in der vergangenen Nacht im Alter von 78 Jahren gestorben. Das teilte der Club unter Berufung auf die Familie mit.

«Hansi war ohne Zweifel einer der größten Sportler seiner Zeit. Als junge Kerle haben wir zu ihm aufgeblickt, wie zu kaum jemand anderem. Wenn er den Platz betrat, waren magische Momente nicht weit», sagte der Kreische-Wegbegleiter und frühere Dynamo-Sportchef Ralf Minge. «Auch nach seiner aktiven Zeit hat er sich in den Dienst der Sportgemeinschaft gestellt, als Cheftrainer, Scout und Unterstützer des Nachwuchses.»

Gedenkminute am Samstag

Vor dem Spiel gegen Hertha BSC am Samstag (20.30 Uhr/RTL Nitro und Sky) plant der Club, eine Gedenkminute zu Ehren Kreisches abzuhalten. Außerdem soll die Mannschaft mit einem Trauerflor auflaufen.

Kreische holte mit Dynamo fünf DDR-Meisterschaften, gewann Olympia-Bronze 1972 und besiegte zwei Jahre später in Hamburg mit der DDR-Mannschaft die BRD-Auswahl bei der WM. Der Offensivspieler war zudem viermal Torschützenkönig der Oberliga. Letztlich absolvierte Kreische 344 Spiele für Dynamo, davon 37 im Europapokal und erzielte insgesamt 188 Tore. Mit insgesamt 262 Torbeteiligungen ist Kreische der Top-Scorer der Sportgemeinschaft.

Ein echter Straßenfußballer

«Auch wenn ich nicht mehr das Glück hatte, Hans-Jürgen Kreische selbst auf dem Rasen erleben zu dürfen, so waren die Geschichten um die von ihm geschlagenen Schlachten legendär», sagte Dynamo-Präsident Ronny Rehn. «Dass er 2014 mit seinen Erfahrungen und der gewonnenen Expertise zurück in die Nachwuchs-Akademie kam, war für den Verein ein riesiger Zugewinn.»

Bereits sein Vater Hans Kreische war Kapitän bei Dynamo Dresden. Mit zehn Jahren trat auch der Junior dem Club bei und durchlief alle Nachwuchsmannschaften. «Mein Vorteil war, dass ich ein echter Straßenfußballer war», sagte Kreische der dpa vor seinem 75. Geburtstag.

Rücktritt mit nur 30 Jahren

Neben seinen fußballerischen Fähigkeiten zeichnete sich Kreische schon zu diesem Zeitpunkt durch seine Meinungsstärke aus. Dies führte mitunter zu Konflikten mit Trainer Walter Fritzsch. Die Zwistigkeiten führten im November 1977 zum überraschenden Karriere-Ende Kreisches. Seine Nichteinwechslung am 9. Spieltag der Oberligasaison 1977/1978 gegen den 1. FC Magdeburg, die der Fußballlehrer mit auf disziplinarische Gründe zurückführte, gilt als Auslöser für den Rücktritt vom Fußball mit gerade einmal 30 Jahren.

Zuletzt war es ruhiger um Kreische geworden, die Gesundheit spielte nicht mehr mit. «Aufgrund von Krankheit nahm seine Präsenz im Stadion und Trainingszentrum in den vergangenen Monaten zunehmend ab», teilte Dynamo mit.

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