Nichts verrät mehr über diesen Auswärtssieg des 1. FC Union Berlin als die letzte Szene des Spiels. Eckball für die «Eisernen». Ein Spieler tickt den Ball kurz an, zwei Spieler schirmen ihn vor dem Gegner ab. Keiner geht mehr ein Risiko ein, niemand bewegt sich Richtung gegnerischem Strafraum. Am Ende gewannen die Berliner ein Spiel, in dem sie nur dreimal auf das Tor des FC St. Pauli schossen, aber einmal trafen: 1:0 (0:0) ist das Ergebnis, Tabellenplatz acht die Konsequenz.
«Das, was wir haben, sind im Moment 15 Punkte. Und ich bin mir relativ sicher, dass sich so mancher freuen würde über diese 15 Punkte», sagte Trainer Steffen Baumgart nicht ohne Genugtuung. Schon vorher hatte er in einem DAZN-Interview behauptet: «Am Anfang der Saison haben ganz, ganz viele aus ihrer Branche mir erklärt, dass wir der erste Absteiger sind.»
Darauf deutet im Moment wenig hin. Denn mit einem hatte Baumgart völlig recht. Der Sieg in Hamburg war nicht glücklich, nicht ergaunert - er war auf eine abgeklärte Weise sogar verdient. «Dass wir keinen Zauberfußball spielen, das wissen wir», sagte der Trainer. «Deswegen machen wir das, was wir können. Und das haben wir gut gemacht.»