Fabian Reese ging das alles nicht schnell genug. Ungeduldig stand das Berliner Fußball-Energiebündel im Kellergang des Olympiastadions und trippelte von einem Fuß auf den anderen. Die dunklen Locken noch von seinem schwarzen Stirnband gebändigt, wollte Herthas Ausnahmespieler möglichst schnell seine Kommentare zum 2:3 gegen den Hamburger SV abgeben, um dann dieses unglückliche Spiel vermutlich schnell abzuhaken.
«Dieser Schmerz über die Niederlage überwiegt», sagte Reese. «Es fehlt uns der letzte Punch, die letzte Gier, alles zu geben, um das Tor zu schießen», fügte der 27-Jährige an. Gier, Punch. Das ist es, was Reese hat und kann. Doch in einer unverändert ziemlich naiv spielenden Berliner Zweitliga-Mannschaft rutschte der Offensivgeist nach seinem Heim-Comeback gleich wieder in seine besondere Rolle des Ausnahmekönners.
Zum ersten Mal seit dem 11. Mai 2024 bestritt Reese wieder Heimspiel-Minuten im Olympiastadion. Doppel-Torschütze war er damals beim wertlosen 3:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern. Nach der folgenden schweren Fußverletzung im Juli bestritt er bisher nur drei Joker-Einsätze bei Auswärtsspielen. Das Heim-Comeback war speziell. «Ich bin häufig die Laufrunde ums Stadion gelaufen und habe gedacht, ich möchte da wieder rein», erzählte Reese.