Borussia Dortmund hat den überraschenden Bundesliga-Patzer der Bayern ausgenutzt und den Rückstand auf den Tabellenführer zumindest etwas verkürzt. Der BVB gewann vier Tage nach der Champions-League-Pleite bei Tottenham mit 3:0 (1:0) beim 1. FC Union Berlin und liegt nun acht Punkte hinter München auf Platz zwei. Anders als in London zeigten die Dortmunder in Berlin-Köpenick bei Minusgraden von Beginn an eine kämpferische Leistung, auch wenn spielerisch Luft nach oben blieb.
Union feiert sich selbst
Der insbesondere in der ersten Halbzeit blutleere Auftritt in London am Dienstag hatte beim BVB die Mentalitätsdebatte wieder aufleben lassen, die unter Kovac eigentlich schon ad acta gelegt schien. Der 54-Jährige forderte von seinem Team, in Berlin die Grundtugenden wie Laufbereitschaft und Zweikampfhärte abzurufen. «Erst dann kommt der Fußball», sagte Kovac. Die Dortmunder nahmen das von Kovac erwartete Kampfspiel an, ohne dabei spielerisch zu glänzen.
Union ging angesichts der Tabellensituation ungleich befreiter in das Spiel. Unter der Woche hatte der Club seinen 60. Geburtstag zelebriert - samt Live-Vertragsverlängerung von Kapitän Christopher Trimmel. Vor dem Spiel feierten die Fans ihren Verein mit einer spektakulären Choreografie und Pyrotechnik. «Man sieht, was hier los ist», sagte Schlotterbeck: «Ich wünsche dem Verein alles Gute.»
Guirassy holt Elfer raus, Can verwandelt
Die erste Chance hatten die Hausherren. Nach einem Freistoß kam Union-Stürmer Andrej Ilic aus kurzer Distanz an den Ball, konnte BVB-Keeper Gregor Kobel mit seinem Kopfball aber nicht in Bedrängnis bringen (6.).
Kurz darauf war Serhou Guirassy, der sich mit etwas Glück durchgesetzt hatte, im Strafraum kurz vor Union-Torwart Frederik Rönnow am Ball und wurde vom Dänen zu Fall gebracht. Can verwandelte seinen 12. Strafstoß in der Bundesliga zur Führung.