Logo DieBrandenburger News

«180er Puls» als Hindernis: Union Berlin fehlt ein Torjäger

«180er Puls» als Hindernis: Union Berlin fehlt ein Torjäger
Enttäuscht nach dem späten Ausgleich: András Schäfer (l) und Zeno Van den Bosch vom 1. FC Union Berlin. / Foto: Soeren Stache/dpa
Der 1. FC Union Berlin vermisst Andrej Ilic. Warum den Berlinern ein sauberes Offensivspiel derzeit so schwerfällt.

Dass ausgerechnet Rechtsverteidiger Janik Haberer die letzten beiden Tore für den 1. FC Union Berlin erzielte, offenbart die Baustelle im Spiel des Berliner Fußball-Bundesligisten umso mehr: Den Köpenickern fehlt ein Torjäger im Sturm. «Man merkt schon, dass Andrej Ilic uns vorne als Zielspieler fehlt. Wäre jetzt auch mal schön, dass man alle Spieler an Bord hat und mehr kreieren kann», befand der Torschütze nach dem 1:1 gegen den 1. FC Köln. 

Nach einer guten Anfangsphase stellten sich die Eisernen fast nur noch hinten rein und kamen über die gesamte Spieldauer zu mickrigen zwei Torchancen. Union verteidigte leidenschaftlich - teilweise mit zehn Mann rund um den eigenen Strafraum.

«Dass dann viel Energie draufgeht, wenn wir als Kollektiv verteidigen, ist klar. Dass die Offensivspieler sehr viel laufen müssen, ist auch klar. Dass man dann vielleicht nicht ganz so sauber ist bei 180er Puls, wenn man so sehr dem Ball hinterherläuft, ist auch klar», befand Marvin Friedrich, der erstmals seit 2022 wieder ein Pflichtspiel für die Köpenicker absolvierte.

Lustrinelli: «Das war nicht der Plan»

Ilic fällt bereits seit der Sommervorbereitung aus. Zunächst setzte ihn eine Lebensmittelvergiftung außer Gefecht, anschließend musste er sich einer Blinddarmoperation unterziehen. Inzwischen trainiert er wieder mit der Mannschaft. Nach dem Verkauf von Ilyas Ansah verzichtete Union im Sommer darauf, einen Stürmer zu verpflichten.

«Kann man schon sagen, dass er uns vielleicht fehlt. Nichtsdestotrotz müssen wir mit dem Kader spielen, den wir haben, und müssen das Beste daraus machen», forderte Friedrich.

Dass die Berliner sich in der zweiten Halbzeit so weit zurückzogen und regelrecht um den Ausgleich durch Malek El Mala bettelten, überraschte selbst Trainer Mauro Lustrinelli. «Das war nicht der Plan, dass wir so passiv werden», berichtete der Schweizer. Gleichzeitig attestierte der 50-Jährige seiner Mannschaft, auf dem richtigen Weg zu sein. «Das wollen wir auch auswärts zeigen», sagte Lustrinelli vor dem Spiel beim SC Freiburg am Sonntag (17.30 Uhr).

Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten