Can Sürücü war fünf Jahre alt, als seine Mutter Hatun in Berlin ermordet wurde. Einer ihrer Brüder erschoss sie am 7. Februar 2005 an einer Bushaltestelle in Tempelhof. Gegen den Willen ihrer Familie hatte die Deutsch-Türkin ihr Kopftuch abgelegt und einen Beruf gelernt. «Ich bin stolz auf meine Mama», sagte Can Sürücü bei einer Veranstaltung im Roten Rathaus anlässlich ihres 21. Todestags.
Hatun Sürücüs Tod löste Entsetzen aus und eine Diskussion um patriarchale Strukturen in muslimischen Einwandererfamilien, die bis heute anhält. Ihr Sohn Can, der heute in der Nähe von Stuttgart lebt, hat sich mit der Geschichte seiner Mutter und ihrer gemeinsamen Zeit zuletzt immer wieder beschäftigt und sich auf Youtube, Tiktok und Instagram dazu geäußert. Es sei ihm darum gegangen, als Sohn Stellung zu nehmen und dafür zu sorgen, dass sie nicht in Vergessenheit gerate, sagte er.