Kein Grabstein, nur ein namenloses Fleckchen auf einem Friedhof: Das ist das, was in Berlin von vielen Menschen nach ihrem Tod bleibt. Jedes Jahr sterben zahlreiche Menschen, die weder Angehörige noch Freunde haben, die sie auf ihrem letzten Weg begleiten könnten. Um ihnen einen angemessenen Abschied zu bieten, organisieren Kirchen und Bezirke in den kommenden Wochen wieder Gedenkfeiern und Gedenkgottesdienste.
Eine Kerze für jeden Verstorbenen
«Kommen können sowohl Menschen, die die Verstorbenen gekannt haben als auch alle, die diese Mitglieder der Gesellschaft nach dem Tod würdevoll verabschieden wollen», erklärt Silke Radosh-Hinder, Superintendentin im Kirchenkreis Berlin-Stadtmitte. Sie lädt mit weiteren Vertretern der Kirche und des Bezirksamts Mitte am 22. November in die St. Marienkirche ein.
Während der Feier sollen die Namen, das Geburts- und Sterbedatum und die Wohnadressen aller in diesem Jahr einsam Verstorbener vorgelesen werden. Außerdem soll für jeden eine Kerze entzündet werden. Besucherinnen und Besucher können Blumen oder persönliche Gegenstände mitbringen und auf den Stufen zum Altarraum ablegen, heißt es in der Einladung.